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Friedrich Nietzsche
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Friedrich Wilhelm Nietzsche ( oder ;cite-ref-1[1] * 15. Oktober 1844 in RĂścken; â 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher Klassischer Philologe und Philosoph. Nietzsche sprengte sowohl mit seinem Denken als auch mit seinem Stil bis dahin gängige Muster und lieĂ sich zunächst keiner klassischen Disziplin zuordnen. Heute gilt er als einer der Vorläufer einer neuen philosophischen Schule, der Lebensphilosophie.
Im Alter von 24 Jahren wurde Nietzsche im Anschluss an sein Studium als auĂerordentlicher Professor fĂźr klassische Philologie an die Universität Basel berufen. Als ursprĂźnglich preuĂischer StaatsbĂźrger wurde er nach seiner Ăbersiedlung in die Schweiz 1869 auf eigenen Wunsch hin staatenlos. Zehn Jahre später legte er 1879 aus gesundheitlichen GrĂźnden die Professur nieder. Von nun an bereiste er â auf der Suche nach Orten, deren Klima sich gĂźnstig auf seine diversen gesundheitlichen Leiden auswirken sollte â vor allem Italien und die Schweiz.
Ab seinem 45. Lebensjahr (1889) litt er unter zunehmenden psychischen StÜrungen, die ihn arbeits- und geschäftsunfähig machten. Seinen Anfang der 1890er Jahre einsetzenden Ruhm erlebte er nicht mehr bewusst. Den Rest seines Lebens verbrachte er als Pflegefall in der Obhut zunächst seiner Mutter, dann seiner Schwester, und starb 1900 im Alter von 55 Jahren. Die Vermutung, die Spätfolgen einer Syphilis kÜnnten beim Krankheitsverlauf eine Rolle gespielt haben, hielt sich gut 100 Jahre.cite-ref-2[2] Später kamen in Fachkreisen jedoch zunehmend Zweifel an dieser Verdachtsdiagnose auf.cite-ref-aeb-3-0[3] Neuere Auswertungen von Nietzsches Krankenakte kommen zum Ergebnis, dass eine Erkrankung wie CADASIL ebenso zu seiner geistigen Verwirrung am Lebensende gefßhrt haben kÜnnte.cite-ref-pum-4-0[4]
Den jungen Nietzsche beeindruckte besonders die Philosophie Schopenhauers. Später wandte er sich von dessen Pessimismus ab. Sein Werk enthält scharfe Kritiken an Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und Formen der Kunst. Die zeitgenĂśssische Kultur war in seinen Augen lebensschwächer als die des antiken Griechenlands. Wiederkehrende Ziele von Nietzsches Angriffen sind vor allem die christliche Moral sowie die christliche und platonistische Metaphysik. Er stellte den Wert der Wahrheit Ăźberhaupt in Frage und wurde damit Wegbereiter postmoderner philosophischer Ansätze. Auch Nietzsches Konzepte des âĂbermenschenâ, des âWillens zur Machtâ oder der âewigen Wiederkunftâ geben bis heute Anlass zu Deutungen und Diskussionen.
Nietzsche schuf keine systematische Philosophie. Oft wählte er den Aphorismus als Ausdrucksform seiner Gedanken. Seine Prosa, seine Gedichte und der pathetisch-lyrische Stil von Also sprach Zarathustra verschafften ihm auch als Schriftsteller Anerkennung. Im Nebenwerk schuf er zudem musikalische Kompositionen.
Contents
⢠Leben
⢠Denken und Werk
⢠Kritik der Moral
⢠Weitere Gedanken
⢠Einflßsse
⢠Wirkung
⢠Lyrik (Auswahl)
⢠Musik
⢠Ausgaben
⢠Literatur
⢠Zur Biografie
⢠Zur Philosophie
⢠Werkkommentare
⢠Jahrbßcher
⢠Weblinks
⢠Kompositionen
⢠Sonstiges
⢠Einzelnachweise
⢠Anmerkungen
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Leben
Jugend (1844â1869)
Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in RĂścken, einem Dorf nahe LĂźtzen im Kreis Merseburg in der preuĂischen Provinz Sachsen (heute Sachsen-Anhalt), geboren. Seine Eltern waren der lutherische Pfarrer Carl Ludwig Nietzsche und dessen Frau Franziska, Tochter des Pfarrers David Ernst Oehler von Pobles. Seit der Reformation im 16. Jahrhundert ist die Familie Nietzsche in Sachsen als evangelisch dokumentiert. In den Familien beider Elternteile gab es einen hohen Anteil protestantischer Pfarrer. Seinen Vornamen gab ihm sein Vater zu Ehren des preuĂischen KĂśnigs Friedrich Wilhelms IV., an dessen 49. Geburtstag er geboren wurde. Nietzsche selbst behauptete in seinen späten Jahren, in väterlicher Linie von polnischen Edelleuten abzustammen,cite-ref-5[5] was jedoch nicht bestätigt werden konnte.
Die Schwester Elisabeth kam 1846 zur Welt. Nach dem Tod des Vaters 1849 und des jĂźngeren Bruders Ludwig Joseph (1848â1850) zog die Familie nach Naumburg. Der spätere Justizrat Bernhard Dächsel wurde formal zum Vormund der Geschwister Friedrich und Elisabeth bestellt.
Von 1850 bis 1856 lebte Nietzsche im âNaumburger Frauenhaushaltâ, das heiĂt zusammen mit Mutter, Schwester, GroĂmutter, zwei unverheirateten Tanten väterlicherseits und dem Dienstmädchen. Erst die Hinterlassenschaft der 1856 verstorbenen GroĂmutter erlaubte der Mutter, fĂźr sich und ihre Kinder eine eigene Wohnung zu mieten. Der junge Nietzsche besuchte zunächst die allgemeine Knabenschule, fĂźhlte sich dort allerdings so isoliert, dass man ihn auf eine Privatschule schickte, wo er erste Jugendfreundschaften mit Gustav Krug und Wilhelm Pinder, beide aus angesehenen Häusern, knĂźpfte. Ab 1854 besuchte er das Domgymnasium Naumburg und fiel bereits dort durch seine besondere musische und sprachliche Begabung auf. 1857 bereitete ihn Pastor Gustav Adolf OĂwald, ein enger Freund seines Vaters, in Kirchscheidungen fĂźr die AufnahmeprĂźfung in Schulpforta vor. Am 5. Oktober 1858 wurde Nietzsche als Stipendiat in die Landesschule Pforta aufgenommen,cite-ref-6[6] wo er als bleibende Freunde Paul Deussen und Carl Freiherr von Gersdorff kennenlernte. Seine schulischen Leistungen waren sehr gut, in seiner Freizeit dichtete und komponierte er.cite-ref-7[7] In Schulpforta entwickelte sich zum ersten Mal seine eigene Vorstellung von der Antike und, damit einhergehend, eine Distanz zur kleinbĂźrgerlich-christlichen Welt seiner Familie. In dieser Zeit lernte Nietzsche den älteren, einstmals politisch engagierten Dichter Ernst Ortlepp kennen, dessen PersĂśnlichkeit den vaterlosen Knaben beeindruckte. Von Nietzsche besonders geschätzte Lehrer, mit denen er nach seiner Schulzeit noch in Verbindung blieb, waren Wilhelm Corssen, der spätere Rektor Diederich Volkmann und Max Heinze, der 1897, als Nietzsche entmĂźndigt war, zu dessen Vormund bestellt wurde. Corssen hatte sich auch vor dem Kollegium dafĂźr eingesetzt, dass Nietzsche, trotz einer schlechten Note in Mathematik, sein Abitur erhielt, indem er auf dessen besondere Begabung in den alten Sprachen und Deutsch verwies.cite-ref-8[8]
Gemeinsam mit seinen Freunden Pinder und Krug traf sich Nietzsche ab 1860 auf der Burgruine SchĂśnburg, wo er mit ihnen Ăźber Literatur, Philosophie, Musik und Sprache diskutierte. Mit ihnen grĂźndete er dort die kĂźnstlerisch-literarische Vereinigung âGermaniaâ. Die GrĂźndungsfeier fand am 25. Juli 1860 statt: â⌠bei Naumburger Rotwein (die Flasche zu 75 Pfennige) leisteten die drei sechzehnjährigen Vereinsmitglieder ihren Bundesschwur. Gedichte, Kompositionen, Abhandlungen muĂten regelmäĂig geliefert werden. Man wollte dann gemeinsam darĂźber diskutieren.âcite-ref-9[9] Die Versammlungen fanden vierteljährlich statt. Auf ihnen wurden Vorträge gehalten. Es gab eine Gemeinschaftskasse, aus der BĂźcher beschafft wurden. Bereits in dieser Zeit entwickelte Nietzsche seine Leidenschaft fĂźr die Musik Richard Wagners. Zu Nietzsches frĂźhen Werken, die vor dem Hintergrund der SchĂśnburger Germania entstanden sind, zählen die Synodenvorträge, Kindheit der VĂślker, Fatum und Geschichte sowie Ăber das Dämonische in der Musik. 1863 wurde die Germania aufgelĂśst, nachdem Pinder und Krug ihr Interesse daran verloren hatten.
Im Wintersemester 1864/65 begann Nietzsche an der Universität Bonn das Studium der klassischen Philologie und der evangelischen Theologie unter anderem bei Wilhelm Ludwig Krafft.cite-ref-10[10] Zusammen mit Deussen wurde er Mitglied der Bonner Burschenschaft Frankonia.cite-ref-11[11] Er bestritt freiwillig eine Mensur, von welcher er einen Schmiss auf dem NasenrĂźcken zurĂźckbehielt.cite-ref-12[12] Nach einem Jahr verlieĂ er die Burschenschaft, weil ihm das Verbindungsleben missfiel. Neben seinem Studium vertiefte er sich in die Werke der Junghegelianer, darunter Das Leben Jesu von David Friedrich StrauĂ, Das Wesen des Christentums von Ludwig Feuerbach und Bruno Bauers Evangelienkritiken. Diese bestärkten ihn (zur groĂen Enttäuschung seiner Mutter) in dem Entschluss, das Theologiestudium nach einem Semester abzubrechen.
Nietzsche wollte sich nun ganz auf die klassische Philologie konzentrieren, war jedoch mit seiner Lage in Bonn unzufrieden. Daher nahm er den Wechsel des Philologieprofessors Friedrich Ritschl an die Universität Leipzig (in Folge des Bonner Philologenstreits) zum Anlass, zusammen mit seinem Freund Gersdorff ebenfalls nach Leipzig zu ziehen. In den folgenden Jahren sollte Nietzsche zu Ritschls philologischem Musterschßler werden, obwohl er in Bonn noch dessen Konkurrenten Otto Jahn zugeneigt war. Ritschl war fßr Nietzsche zeitweise eine Vaterfigur, ehe später Richard Wagner diese Stelle einnahm.
Im Oktober 1865, kurz bevor Nietzsche das Studium in Leipzig aufnahm, verbrachte er zwei Wochen in Berlin bei der Familie seines Studienfreundes Hermann Mushacke. Dessen Vater hatte in den 1840er Jahren zu einem Debattierzirkel um Bruno Bauer und Max Stirner gehÜrt. Dass Nietzsche bei diesem Besuch mit Stirners 1845 erschienenem Buch Der Einzige und sein Eigentum konfrontiert wurde, liegt nahe, lässt sich aber nicht belegen.cite-ref-krise-13-0[13] Jedenfalls wandte Nietzsche sich unmittelbar danach einem Philosophen zu, der Stirner und dem Junghegelianismus denkbar fernstand: Arthur Schopenhauer. Ein weiterer Philosoph, den er in seiner Leipziger Zeit fßr sich entdeckte, war Friedrich Albert Lange, dessen Geschichte des Materialismus 1866 erschien. In erster Linie setzte Nietzsche jedoch zunächst sein philologisches Studium fort. In dieser Zeit knßpfte er eine enge Freundschaft mit seinem Kommilitonen Erwin Rohde. Mit diesem zusammen beteiligte er sich 1866 an der Grßndung des Klassisch-Philologischen Vereins an der Universität Leipzig.cite-ref-14[14]
Hatte er im Deutschen Krieg zwischen PreuĂen und Ăsterreich, in dem das KĂśnigreich Sachsen auf Ăśsterreichischer Seite stand und Leipzig preuĂisch besetzt wurde, als Student eine militärische Einberufung noch vermeiden kĂśnnen, musste Nietzsche 1867 seinen Wehrdienst bei der preuĂischen Armee ableisten und trat als Einjährig-Freiwilliger beim Feldartillerie-Regiment Nr. 55 in Naumburg ein. Als er nach einem schweren Reitunfall im März 1868 dienstunfähig geworden war, nutzte er die Zeit seiner Kur zu weiteren philologischen Arbeiten, die er in seinem letzten Studienjahr fortsetzte. Von groĂer Bedeutung wurde sein erstes Zusammentreffen mit Richard Wagner im Jahre 1868.
Professor an der Universität Basel (1869â1879)
Auf Empfehlung seines Lehrers Friedrich Ritschl und auf Betreiben Wilhelm Vischer-Bilfingers wurde Nietzsche 1869 als besonderes altsprachliches Talent, jedoch ohne Promotion, zum auĂerordentlichen Professor fĂźr klassische Philologie an die kleine, damals finanzschwache Universität Basel berufen.cite-ref-15[15] Zu seiner Tätigkeit gehĂśrte auch der Unterricht am traditionsreichen Basler Gymnasium am MĂźnsterplatz. Als seine wichtigste Erkenntnis auf dem Gebiet der Philologie wird die Entdeckung des quantitierenden Prinzips angesehen, also die Erkenntnis, dass die antike Metrik, im Gegensatz zur modernen Metrik, ausschlieĂlich auf der Länge von Silben basierte.cite-ref-16[16]
Auf eigenen Wunsch wurde Nietzsche nach seiner Ăbersiedlung nach Basel aus der preuĂischen StaatsbĂźrgerschaft entlassen und blieb fĂźr den Rest seines Lebens staatenlos.cite-ref-17[17] Allerdings diente er im Deutsch-FranzĂśsischen Krieg fĂźr kurze Zeit als Sanitäter auf deutscher Seite. In dieser Zeit zog er sich eine schwere Dysenterie- und Diphtherieerkrankung zu, deren Rekonvaleszenz von längerer Dauer war. Die Deutsche ReichsgrĂźndung und die anschlieĂende Ăra Otto von Bismarckscite-ref-18[18] nahm er mit einer Portion Skepsis zur Kenntnis.
Wegen seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung sah sich Nietzsche gezwungen, sich fßr den Rest des Wintersemesters 1875/1876 beurlauben zu lassen, was bald darauf zur Beendigung seiner Lehrtätigkeit fßhren sollte.cite-ref-19[19] In Basel begann 1870 die bis in die Zeit von Nietzsches geistiger Umnachtung andauernde Freundschaft zu Franz Overbeck, einem Theologieprofessor und späteren Rektor der Universität Basel. Nietzsche schätzte auch den älteren Kollegen Jacob Burckhardt, der ihm gegenßber jedoch distanziert blieb.
Bereits im Jahre 1868 hatte Nietzsche in Leipzig Richard Wagner und dessen spätere Frau Cosima kennengelernt. Er verehrte beide zutiefst und war seit Beginn seiner Zeit in Basel häufig Gast im Haus des âMeistersâ in Tribschen bei Luzern. Dieser nahm ihn zwar zeitweise mit in seinen Freundeskreis auf, sah in ihm aber vor allem einen Propagandisten fĂźr die GrĂźndung seines Bayreuther Festspielhauses.
1872 verĂśffentlichte Nietzsche sein erstes grĂśĂeres Werk, Die Geburt der TragĂśdie aus dem Geiste der Musik, eine Untersuchung Ăźber den Ursprung der TragĂśdie, in der er die traditionelle philologische Methode durch philosophische Spekulation ersetzte. Er entwickelte darin eine Art Kunstpsychologie, indem er die griechische TragĂśdie aus dem Begriffspaar apollinisch-dionysisch zu erklären versuchte.cite-ref-20[20] Die Schrift wurde von den meisten seiner Kollegen â unter anderem von Friedrich Ritschl â abgelehnt bzw. mit Schweigen Ăźbergangen. Aufgrund der Kritik Ulrich von Wilamowitz-Moellendorffs, der Nietzsche in seiner Streitschrift Zukunftsphilologie! unsauberes wissenschaftliches Arbeiten vorwarf, kam es zu einer kurzen Ăśffentlichen Kontroverse, in der sein ehemaliger Studienkollege Erwin Rohde, inzwischen auĂerordentlicher Professor in Kiel, und Richard Wagner fĂźr Nietzsche Partei ergriffen. Nietzsche wurde sich seiner Sonderstellung in der Philologie zunehmend bewusst, weswegen er sich bereits 1871, allerdings vergeblich, um den freiwerdenden Basler philosophischen Lehrstuhl Gustav TeichmĂźllers bemĂźht hatte.
Auch die vier UnzeitgemäĂen Betrachtungen (1873â1876), in denen er eine von Schopenhauer und Wagner beeinflusste Kulturkritik Ăźbte, fanden nicht die erhoffte Resonanz. Im Umkreis Wagners hatte Nietzsche inzwischen Malwida von Meysenbug und Hans von BĂźlow kennengelernt, und auch begann die Freundschaft mit Paul RĂŠe, dessen Einfluss ihn vom Kulturpessimismus seiner ersten Schriften abbrachte. Seine Enttäuschung Ăźber die ersten Bayreuther Festspiele von 1876, wo er sich von der Banalität des Schauspiels und der Niveaulosigkeit des Publikums abgestoĂen fĂźhlte, nahm Nietzsche zum Anlass, sich von Wagner zu entfernen. Seine frĂźhere Leidenschaft schlug in Ablehnung und schlieĂlich radikale Gegnerschaft um. Er distanzierte sich auch entschieden von Wagners antisemitischen Schriften und ĂuĂerungen und sah die Juden aufgrund ihres Ăberlebens trotz einer langen UnterdrĂźckungsgeschichte zu einer FĂźhrungsrolle in Europa berufen, bestritt jedoch gleichzeitig, dass sie in der Realität derartige Herrschaftspläne auch aktiv verfolgten.cite-ref-22[22]
Derselbe Prozess fand mit Schopenhauer statt. Nietzsche begann am 6. Dezember Philipp Mainländers 200 Seiten lange Kritik der Philosophie Schopenhauers zu lesencite-ref-23[23] â wenige Tage später schrieb er, mit Schopenhauer gebrochen zu haben.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Mit der Publikation von Menschliches, Allzumenschliches (1878) wurde die Entfremdung von Wagner und von der Schopenhauerschen Philosophie offenbar. Auch die Freundschaften zu Deussen und Rohde hatten sich inzwischen merklich abgekĂźhlt. In dieser Zeit unternahm Nietzsche mehrere vergebliche Versuche, eine junge und vermĂśgende Ehefrau fĂźr sich zu finden, worin er vor allem von der mĂźtterlichen GĂśnnerin Malwida von Meysenbug unterstĂźtzt wurde. AuĂerdem nahmen die seit seiner Kindheit auftretenden Krankheiten (Migräneanfälle und MagenstĂśrungen sowie eine starke Kurzsichtigkeit, die letztlich praktisch bis zur Blindheit fĂźhrte) zu und zwangen ihn zu immer längeren Freistellungsphasen von seiner Lehrtätigkeit. 1879 lieĂ er sich deswegen schlieĂlich vorzeitig pensionieren.
Freier Philosoph (1879â1889)
Getrieben von seinen Krankheiten auf der ständigen Suche nach fßr ihn optimalen Klimabedingungen, reiste er nun viel und lebte bis 1889 als freier Autor an verschiedenen Orten. Dabei lebte er vor allem von der ihm gewährten Pension; zudem erhielt er mitunter Zuwendungen von Freunden. Im Sommer hielt er sich meist in Sils-Maria, im Winter vorwiegend in Italien (Genua, Rapallo, Turin) und in Nizza auf. Hin und wieder besuchte er die Familie in Naumburg, wobei es mehrfach zu Zerwßrfnissen und VersÜhnungen mit seiner Schwester kam. Sein frßherer Schßler Peter Gast (eigtl. Heinrich KÜselitz) wurde zeitweilig zu einer Art Privatsekretär. KÜselitz und Overbeck waren Nietzsches beständigste Vertraute.
Aus dem Wagnerkreis war ihm vor allem Meysenbug als mĂźtterliche GĂśnnerin erhalten geblieben. Kontakt hielt er auĂerdem mit dem Musikkritiker Carl Fuchs und zunächst auch mit Paul RĂŠe. Anfang der 1880er erschienen mit MorgenrĂśte und Die frĂśhliche Wissenschaft weitere Werke im aphoristischen Stil von Menschliches, Allzumenschliches.
1882 lernte er durch Vermittlung von Meysenbug und RĂŠe in Rom Lou von SalomĂŠ kennen. Nietzsche fasste schnell weitreichende Pläne fĂźr die âDreieinigkeitâ mit RĂŠe und SalomĂŠ. Die Annäherung an die junge Frau gipfelte in einem mehrwĂśchigen gemeinsamen Aufenthalt in Tautenburg, mit Nietzsches Schwester Elisabeth als Anstandsdame. Nietzsche sah in SalomĂŠ bei aller Wertschätzung weniger eine gleichwertige Partnerin als eine begabte SchĂźlerin. Er verliebte sich in sie, hielt Ăźber den gemeinsamen Freund RĂŠe um ihre Hand an, doch SalomĂŠ lehnte ab. Unter anderem aufgrund von Intrigen Elisabeths zerbrach die Beziehung zu RĂŠe und SalomĂŠ im Winter 1882/1883. Nietzsche, der angesichts neuer KrankheitsschĂźbe und seiner nunmehr beinahe vollständigen Isolation â mit Mutter und Schwester hatte er sich wegen SalomĂŠ Ăźberworfen â von Suizidgedanken geplagt wurde, flĂźchtete nach Rapallo, wo er in nur zehn Tagen den ersten Teil von Also sprach Zarathustra zu Papier brachte.
Die Gedanken zum dritten Teil entwickelte er bei seinem Aufenthalt im Bergdorf Ăze in der Nähe von Nizza. Eine StraĂe und eine Gedenktafel erinnern an Nietzsches Tage in Ăze.
Waren ihm schon nach dem Bruch mit Wagner und der Philosophie Schopenhauers nur wenige Freunde erhalten geblieben, so stieĂ der vĂśllig neue Stil im Zarathustra selbst im engsten Freundeskreis auf Unverständnis, das allenfalls durch HĂśflichkeit Ăźberdeckt wurde. Nietzsche war sich dessen durchaus bewusst und pflegte seine Einsamkeit geradezu, wenn er auch oft darĂźber klagte. Den kurzzeitig gehegten Plan, als Dichter an die Ăffentlichkeit zu treten, gab er auf. Daneben plagten ihn Geldsorgen, denn seine BĂźcher wurden so gut wie nicht gekauft. Den vierten Teil des Zarathustra gab er 1885 nur noch als Privatdruck mit einer Auflage von 40 Exemplaren heraus, die als Geschenk fĂźr âsolche, die sich um ihn verdient machtenâ, gedacht waren und von denen Nietzsche letztlich lediglich sieben verschenkte.
1886 lieà er Jenseits von Gut und BÜse auf eigene Kosten drucken. Mit diesem Buch und den 1886/87 erscheinenden Zweitauflagen von Geburt, Menschliches, MorgenrÜte und FrÜhlicher Wissenschaft sah er sein Werk als vorerst abgeschlossen an und hoffte, dass sich bald eine Leserschaft entwickeln wßrde. Tatsächlich stieg das Interesse an Nietzsche, wenn auch sehr langsam und von ihm selbst kaum bemerkt.
Neue Bekanntschaften Nietzsches in diesen Jahren waren Meta von Salis und Carl Spitteler, auch ein Treffen mit Gottfried Keller war zustande gekommen. 1886 war seine Schwester, inzwischen verheiratet mit dem Antisemiten Bernhard FĂśrster, nach Paraguay abgereist, um die âgermanischeâ Kolonie Nueva Germania zu grĂźnden â ein Vorhaben, das Nietzsche lächerlich fand. Im brieflichen Kontakt setzte sich die Abfolge von Streit und VersĂśhnung fort, persĂśnlich sollten sich die Geschwister aber erst nach Friedrichs Zusammenbruch wiedersehen.
Nietzsche hatte weiterhin mit wiederkehrenden schmerzhaften Anfällen zu kämpfen, die ein konstantes Arbeiten unmÜglich machten. 1887 schrieb er in kurzer Zeit die Streitschrift Zur Genealogie der Moral. Er wechselte Briefe mit Hippolyte Taine, dann auch mit Georg Brandes, der Anfang 1888 in Kopenhagen die ersten Vorträge ßber Nietzsches Philosophie hielt.
Im selben Jahr schrieb Nietzsche fĂźnf BĂźcher, teilweise aus umfangreichen Aufzeichnungen fĂźr das zeitweise geplante Werk Der Wille zur Macht. Sein Gesundheitszustand hatte sich vorĂźbergehend gebessert, im Sommer war er in regelrechter Hochstimmung. Seine Schriften und Briefe ab Herbst 1888 jedoch lassen bereits auf seinen beginnenden GrĂśĂenwahn schlieĂen. Die Reaktionen auf seine Schriften, vor allem auf die Polemik Der Fall Wagner vom FrĂźhjahr, wurden von ihm maĂlos Ăźberbewertet. An seinem 44. Geburtstag entschloss er sich, nach der Vollendung der GĂśtzen-Dämmerung und des zunächst zurĂźckgehaltenen Antichrist, die Autobiographie Ecce homo zu schreiben. Im Dezember begann ein Briefwechsel mit August Strindberg. Nietzsche glaubte, kurz vor dem internationalen Durchbruch zu stehen, und versuchte, seine alten Schriften vom ersten Verleger zurĂźckzukaufen. Er plante Ăbersetzungen in die wichtigsten europäischen Sprachen. Ăberdies beabsichtigte er die VerĂśffentlichung der Kompilation Nietzsche contra Wagner und der Gedichte Dionysos-Dithyramben.
In geistiger Umnachtung (1889â1900)
Am 3. Januar 1889 erlitt er in Turin einen geistigen Zusammenbruch.cite-ref-werbick-26-0[26]
Bereits 1887 hatte Nietzsche bei dem Ehepaar David und Candida Fino in Turin eine Wohnung bezogen und verbrachte den Herbst sowie den Winter 1887/88 bei ihnen.cite-ref-19000926wrz-27-0[27] Im Herbst 1888 kam er wieder nach Turin, woran sich Frau Fino noch nach Nietzsches Tod gut erinnern konnte, obwohl dies heute als wenig glaubwĂźrdige Anekdote angesehen wird:cite-ref-werbick-26-1[26]
âJetzt traten die ersten Anzeichen seiner geistigen Umnachtung langsam und immer erschrecklicher in Erscheinung. Er beschloĂ, sein Zimmer in einen âTempelâ umzugestalten, und erwartete kĂśnigliche Besuche. Eines Tages muĂte Herr Fino seinen Hausgenossen auf offener StraĂe aus den Händen der Wachen befreien, weil er unliebsames Aufsehen dadurch hervorgerufen hatte, daĂ er ein Pferd innig umarmt hielt und nur schwer von ihm loszulĂśsen war. Man brachte ihn zu Bette, rief einen Arzt, den der Kranke heftig abwehrte: âPas malade! Pas malade!âcite-ref-28[Anm. 1] Lichte Stunden wechselten nun mit verdĂźsterten ab. Nietzsche spielte viel Clavier, auswendig, Wagner, nur Wagner. [âŚ] Die Familie hatte bemerkt, daĂ Nietzsche oft Briefe an einen Professor Overbeck schrieb. Diesen benachrichtigte man von seinem Zustande. Overbeck kam, die Freunde umarmten sich unter Th[r]änen. Nietzsche fĂźhrte ihn sogleich zum Clavier, um ihm, anstatt jedes Gespräches, Wagner vorzuspielen⌠Overbeck reiste mit ihm nach zwei Tagen ab. Die Familie Fino, sein Arzt, der deutsche Consul gaben das Geleite auf den BahnhofâŚâ
â
Wiener Zeitung
vom 26. September 1900
Kleine SchriftstĂźcke, sogenannte âWahnzettelâ bzw. âWahnbriefeâ, die er an enge Freunde, aber zum Beispiel auch an Cosima Wagner oder Jacob Burckhardt und sogar Umberto I. von Italien sandte, waren von einer psychischen Erkrankung gezeichnet. Die Ursache fĂźr den Zusammenbruch wird seitdem immer wieder kontrovers diskutiert.cite-ref-29[28] Eine wichtige Frage ist, ob bereits vor diesem Zusammenbruch intermittierende Symptome auftraten und sich stilistisch niederschlugencite-ref-30[29] oder ob der Zusammenbruch abrupt auftrat und von Vorerkrankungen wie Migräne und Asthenopie bei hochgradiger Myopie isoliert zu betrachten ist. Medizinhistorische Recherchen in Originalbefunden kamen frĂźher in der Regel zum Ergebnis, dass Nietzsches Zusammenbruch sich am ehesten mit dem Quartärstadium einer Nervensyphilis erklären lieĂe.cite-ref-0-31-0[30] Erneute Auswertungen relativieren diese Verdachtsdiagnose gleich mehrfach. Einerseits wurden die Krankheitsbilder Gonorrhoe und Syphilis damals noch nicht gegeneinander abgegrenzt und beide als Lues bezeichnet.cite-ref-aeb-3-1[3] DarĂźber hinaus wurden Demenz und auch Alzheimer erst nach Nietzsches Tod medizinisch definiert, daher stand diese DiagnosemĂśglichkeit zu seinen Lebzeiten nicht zur VerfĂźgung.cite-ref-32[31] Die Krankheitssymptome decken sich aus heutiger Sicht auch mit der Diagnose der genetisch bedingten Erkrankung CADASIL, während die Zuschreibung einer Syphilis, basierend auf der Krankengeschichte, nicht bestätigt werden kann.cite-ref-pum-4-1[4]
Der durch die Wahnzettel an Burckhardt und ihn selbst alarmierte Overbeckcite-ref-33[32] brachte Nietzsche zunächst in die von Ludwig Wille geleitete Irrenanstalt Friedmatt in Basel. Von dort brachte Nietzsches Mutter den inzwischen geistig vollständig Umnachteten in die Psychiatrische Universitätsklinik in Jena unter Leitung Otto Binswangers. Ein Heilungsversuch Julius Langbehns, der von sich aus Kontakt zur Mutter aufgenommen hatte, scheiterte. 1890 durfte die Mutter ihn schlieĂlich bei sich in ihrem Haus in Naumburg aufnehmen. Zu dieser Zeit konnte er zwar gelegentlich kurze Gespräche fĂźhren, Erinnerungsfetzen hervorbringen und unter einige Briefe von der Mutter diktierte GrĂźĂe setzen, verfiel jedoch schnell und plĂśtzlich in Wahnvorstellungen oder Apathie und erkannte auch alte Freunde nicht wieder.
Ăber das weitere Verfahren mit den teilweise noch ungedruckten Werken berieten zunächst Overbeck und KĂśselitz. Letzterer begann eine erste Gesamtausgabe. Gleichzeitig setzte eine erste Welle der Nietzsche-Rezeption ein.
Nietzsches Schwester Elisabeth kehrte nach dem Suizid ihres Mannes 1893 aus Paraguay zurßck, lieà die bereits gedruckten Bände der KÜselitzschen Ausgabe einstampfen, grßndete das Nietzsche-Archiv und ßbernahm von der betagten Mutter Zug um Zug die Kontrolle sowohl ßber den pflegebedßrftigen Bruder als auch ßber dessen Nachlass und die Herausgabe seiner Werke. Mit Overbeck zerstritt sie sich, während sie KÜselitz fßr eine weitere Zusammenarbeit gewinnen konnte.
Nietzsche selbst, dessen Verfall sich fortsetzte, bekam von alldem nichts mehr mit. Nach dem Tod seiner Mutter 1897, nachdem seine Schwester das Haus in Naumburg verkauft hatte,cite-ref-34[33] lebte er in der Villa Silberblick in Weimar, wo Elisabeth ihn pflegte. Ausgewählten Besuchern â etwa Rudolf Steiner â gewährte sie das Privileg, zu dem dementen Philosophen vorgelassen zu werden. So berichtete das Jenaer Volksblatt unter Berufung auf eine Naumburger Zeitung:
âSeine Lebensweise vergeht ganz nach ärztlicher Vorschrift, die seine Kost und Bedienung geregelt hat. Im Uebrigen sitzt er still in sich versunken da; nur wenn StraĂen- oder Kinderlärm an sein Ohr dringt, äuĂert er unverständliche Laute, beruhigt sich aber wieder, wenn man ihm vorliest, ohne daĂ er freilich das Gelesene versteht. Sein Aussehen ist keineswegs ungesund, nur ist es etwas beschwerlich, ihn an- und auszukleiden, weil sich in letzter Zeit eine gewisse Ungelenkigkeit der Glieder bemerklich macht.âcite-ref-35[34]
Von Steiner stammt eine weitere, ausfßhrliche Schilderung des umnachteten Nietzsche.cite-ref-36[35] Nach mehreren Schlaganfällen, die ebenfalls mit der Diagnose einer Nervensyphilis vereinbar sind (siehe oben), war Nietzsche teilweise gelähmt und konnte weder stehen noch sprechen. Am 25. August 1900, im Alter von 55 Jahren, starb er an Pneumonie und einem weiteren Schlaganfall in Weimar.cite-ref-0-31-1[30] Er wurde an der RÜckener Dorfkirche im Familiengrab beigesetzt.cite-ref-37[36]
Denken und Werk
Nietzsche begann sein Werk als Philologe, begriff sich selbst aber zunehmend als Philosoph oder als âfreier Denkerâ. Er gilt als Meister der aphoristischen Kurzform und des mitreiĂenden Prosa-Stils. Die Werke sind zuweilen mit einer Rahmenhandlung, Vor- und Nachwort, Gedichten und einem âVorspielâ versehen. Einige Interpreten halten selbst die scheinbar wenig strukturierten AphorismenbĂźcher fĂźr geschickt âkomponiertâ.
Nietzsche hat wie kaum ein zweiter Denker die Freiheit der Methode und der Betrachtung gewählt. Eine definitive Einordnung seiner Philosophie in eine bestimmte Disziplin ist daher schwierig. Nietzsches Herangehensweise an die Probleme der Philosophie ist teils die des Kßnstlers, teils die des Wissenschaftlers und teils die des Philosophen. Viele Stellen seines Werks kÜnnen auch als psychologisch bezeichnet werden, wobei dieser Begriff erst später seine heutige Bedeutung bekam. Zahlreiche Deuter sehen einen engen Zusammenhang zwischen seinem Leben und seinem denkerischen Werk, sodass ßber Nietzsches Leben und PersÜnlichkeit weit mehr geforscht und geschrieben wird, als dies bei anderen Philosophen der Fall ist.
Ăbersicht zum Werk
Oft wird Nietzsches Denken und Werk in bestimmte Perioden eingeteilt. Die folgende Aufteilung geht in Grundzßgen auf Nietzsche selbst zurßck und ist seit dem Nietzschebuch Lou Andreas-SalomÊs (1894) in ähnlicher Form von fast allen Interpreten verwendet worden.
⢠Die Wagnerianisch-Schopenhauerische Zeit (1872â1876), die vor allem im Zeichen dieser beiden Männer steht und romantische EinflĂźsse zeigt. Sie umfasst die Werke:
⢠UnzeitgemäĂe Betrachtungen in vier Teilen:
⢠David StrauĂ, der Bekenner und der Schriftsteller
⢠Schopenhauer als Erzieher
⢠Richard Wagner in Bayreuth
⢠Die âfreigeistigeâ Zeit (1876â1882). Nietzsche lĂśst sich zunehmend vom persĂśnlichen Einfluss Wagners und von der philosophischen Prägung durch Schopenhauer. Vor allem zu Beginn dieser Periode steht die wissenschaftlich-empirische Erkenntnis im Vordergrund. Daher wird diese Phase in Nietzsches Werk auch oft als âpositivistischâ bezeichnet. An Stelle der frĂźheren zusammenhängenden Abhandlungen treten jetzt Aphorismensammlungen, worin sich unter anderem der Einfluss der von Nietzsche sehr geschätzten franzĂśsischen Moralisten widerspiegelt:
⢠Menschliches, Allzumenschliches (mit zwei Fortsetzungen)
⢠Das zentrale Werk Also sprach Zarathustra (1883â1885), in dem neue Lehren in symbolisch-dichterischer Sprache formuliert werden. Oft werden Also sprach Zarathustra und die Spätschriften zusammengefasst.
⢠Die späten Werke (1886â1889), in denen die bisherigen Ansätze weiter ausgefĂźhrt und zunehmend in polemische Schärfe gebracht werden. Neben Aphorismen und Sentenzen finden sich nun wieder längere Abhandlungen. Zu dieser Periode zählen:
⢠Der Antichrist
⢠Ecce homo (Autobiographie, kann demselben Kreis zugerechnet werden).
⢠Die Dionysos-Dithyramben wurden 1889 niedergeschrieben und erschienen 1891 als Anhang des vierten und letzten Teils von Also sprach Zarathustra.cite-ref-38[37]
Es gibt allerdings einige Ăberschneidungen und BrĂźche in diesem Schema. So fĂźgte Nietzsche den Zweitauflagen der Geburt der TragĂśdie und der FrĂśhlichen Wissenschaft von 1887 ein selbstkritisches Vorwort beziehungsweise ein fĂźnftes Buch hinzu. Bedeutsam ist auch die erst 1896cite-ref-39[38] erschienene Schrift Ăber Wahrheit und LĂźge im auĂermoralischen Sinne aus dem Sommer 1873, in der Nietzsche viele seiner späteren Gedanken vorwegnimmt. Einige Themen â etwa das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft â behandelt Nietzsche in allen Zeiträumen, wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven und mit entsprechend unterschiedlichen Antworten.
Neben seinen Werken in Prosa verĂśffentlichte Nietzsche Gedichte, in denen seine philosophischen Gedanken bald heiter, bald dunkel und schwermĂźtig ausgedrĂźckt werden. Sie hängen mit den Prosawerken zusammen: Die Idyllen aus Messina (1882) gingen in die zweite Auflage der FrĂśhlichen Wissenschaft ein, während einige der Dionysos-Dithyramben (1888/89) Ăberarbeitungen von StĂźcken aus Also sprach Zarathustra sind.
Lange Zeit umstritten war die Bedeutung von Nietzsches Nachlass, dessen Rezeption zudem von der fragwĂźrdigen Publikation durch das Nietzsche-Archiv erschwert wurde (vergleiche Nietzsche-Ausgabe). Extrempositionen bezogen hier einerseits Karl Schlechta, der zumindest im vom Archiv publizierten Nachlass nichts fand, was nicht auch in Nietzsches verĂśffentlichten Werken zu finden sei;cite-ref-41[40] und andererseits etwa Alfred Baeumler und Martin Heidegger, die Nietzsches verĂśffentlichtes Werk nur als âVorhalleâ sahen, während sich die âeigentliche Philosophieâ im Nachlass befinde.cite-ref-42[41] Inzwischen werden Nietzsches Nachgelassene Fragmente mehrheitlich als Ergänzung seiner verĂśffentlichten Werke begriffen und als Mittel gesehen, seine Denkwege und Entwicklungen besser nachzuvollziehen.cite-ref-43[42]
Nietzsches Denken ist auf viele unterschiedliche Weisen interpretiert worden. Es enthält BrĂźche, verschiedene Ebenen und fiktive Standpunkte lyrischer Personen (âEin Fälscher ist, wer Nietzsche interpretiert, indem er Zitate aus ihm benutzt. [âŚ] Im Bergwerk dieses Denkers ist jedes Metall zu finden: Nietzsche hat alles gesagt und das Gegenteil von allem.â, Giorgio Colli). Eine kanonische Wiedergabe ist sehr schwierig, erschwert besonders durch das Medium der gewählten Wiedergabe, den Aphorismus. Mithilfe dieser Textform gelang es Nietzsche die Verschiedenartigkeit der aufgeworfenen Aspekte und Einsichten von gängigen Voraussetzungen abzukoppeln und ineinander zu verschränken, jeden Moment gleichsam neu zu gestalten, dabei aber seinem Postulat treu zu bleiben, allen sokratischen Ordnungsansätzen sein âMiĂtrauen hinsichtlich der Ergiebigkeit von Beweiskettenâcite-ref-44[43] auszusprechen.
Die Frage, ob das weitgehende Fehlen einer Systematik von Nietzsche beabsichtigt war, somit Ausdruck seiner Weltsicht ist, hat man in der Rezeption ausfßhrlich diskutiert. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird sie vorwiegend bejaht. Vergleiche hierzu unten den Abschnitt Kritik an Religion, Metaphysik und Erkenntnistheorie.
Kritik der Moral
Eines der wichtigsten Objekte von Nietzsches Kritik spätestens seit Menschliches, Allzumenschliches ist die Moral im Allgemeinen und die christliche Moral im Besonderen. Nietzsche wirft der bisherigen Philosophie und Wissenschaft vor, herrschende Moralvorstellungen unkritisch ßbernommen zu haben; wahrhaftig freies und aufgeklärtes Denken habe sich dagegen, wie der Titel eines Buchs sagt, Jenseits von Gut und BÜse zu stellen. Dies hätten alle abendländischen Philosophen seit Platon, insbesondere Kant, versäumt.cite-ref-45[44] Nietzsche untersucht oft Werturteile nicht auf ihre vermeintliche Gßltigkeit hin, sondern beschreibt Zusammenhänge zwischen der Erschaffung von Werten durch einen Denker oder eine Gruppe von Menschen und deren biologisch-psychologischer Verfassung. Es geht ihm also um die Frage des Werts von moralischen Systemen ßberhaupt:
âAlle Wissenschaften haben nunmehr der Zukunfts-Aufgabe der Philosophen vorzuarbeiten: diese Aufgabe dahin verstanden, dass der Philosoph das Problem vom Werthe zu lĂśsen hat, dass er die Rangordnung der Werthe zu bestimmen hat.â
â
Zur Genealogie der Moral
Diese Form der Kritik auf einer Meta-Ebene ist ein typisches Kennzeichen von Nietzsches Philosophie. Vergleiche: Metaethik.
Er selbst fĂźhrt diese Kritik mit Methoden der Geschichts-, Kultur- und Sprachwissenschaft exzessiv aus und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die Herkunft und Entstehung moralischer Denkweisen, etwa in Zur Genealogie der Moral. Wichtige Begriffe seiner Moralkritik sind:
Herren- und Sklavenmoral
Herrenmoral sei die Haltung der Herrschenden, die zu sich selbst und ihrem Leben Ja sagen kĂśnnten, während sie die anderen als âschlechtâ (Wortstamm: âschlichtâ) abschätzig betrachteten. Sklavenmoral sei die Haltung der âElenden [âŚ], Armen, Ohnmächtigen, Niedrigen [âŚ], Leidenden, Entbehrenden, Kranken, Hässlichenâcite-ref-47[46], die zuerst ihr GegenĂźber â die Herrschenden, GlĂźcklichen, Ja-Sagenden â als âbĂśseâ bewerteten und sich selbst dann als deren âgutenâ Gegensatz ausmachten. Es sei vor allem die Moral des Christentums gewesen, die eine solche Sklavenmoral zum Teil selbst hervorgerufen, in jedem Fall aber begĂźnstigt und dadurch zur herrschenden Moral gemacht habe.
Dies sei das Grundempfinden der Sklavenmoral. Aus Missgunst, Neid und Schwäche schĂźfen sich die âMissratenenâ eine imaginäre Welt (zum Beispiel das christliche Jenseits), in der sie selbst die Herrschenden sein und ihren Hass auf die âVornehmenâ ausleben kĂśnnten.
Während der Pessimist Schopenhauer Mitleid ins Zentrum seiner Ethik gestellt hat, um seine Philosophie der Verneinung des Lebens umzusetzen, drehte Nietzsche die These vom Mitleiden nach seinem Bruch mit der Schopenhauerschen Philosophie um: Weil das Leben zu bejahen sei, gelte das Mitleid â als Mittel zur Verneinung â als Gefahr. Es vermehre das Leiden in der Welt und stehe dem schĂśpferischen Willen entgegen, der immer auch vernichten und Ăźberwinden mĂźsse â andere oder auch sich selbst.cite-ref-48[47] Aktive Mitfreude (im Gegensatz zum passiven Mitleid) oder eine grundsätzliche Lebensbejahung (amor fati) seien die hĂśheren und wichtigeren Werte.
Solche Gedankengänge werden von Nietzsche zu einer immer radikaleren Kritik am Christentum, etwa in Der Antichrist, gebĂźndelt. Dieses sei nicht nur nihilistisch in dem Sinne, dass es der sinnlich wahrnehmbaren Welt jeden Wert abspreche â eine Kritik, die in Nietzsches Verständnis auch den Buddhismus treffe â, sondern im Gegensatz zum Buddhismus auch aus Ressentiment geboren. Das Christentum habe jede hĂśhere Art Mensch und jede hĂśhere Kultur und Wissenschaft behindert. Carl Albrecht Bernoulli sieht Nietzsches Anti-Christentum als vornehmlich antisemitisch bestimmt und hebt hervor, dass da, wo er ehrlich spricht, âseine Urteile Ăźber die Juden allen Antisemitismus an Schärfe weit hinter sich lassen.âcite-ref-49[48] In den späteren Schriften steigert Nietzsche die Kritik an allen bestehenden Normen und Werten: Sowohl in der bĂźrgerlichen Moral als auch im Sozialismus und Anarchismuscite-ref-50[49] sieht er Nachwirkungen der christlichen Lehren am Werk. Die ganze Moderne leide an dĂŠcadence. Dagegen sei nun eine âUmwertung aller Werteâ nĂśtig. Wie genau allerdings die neuen Werte ausgesehen hätten, wird aus Nietzsches Werk nicht eindeutig klar. Diese Frage und ihr Zusammenhang mit den Aspekten des Dionysischen, des Willens zur Macht, des Ăbermenschen und der Ewigen Wiederkunft werden bis heute diskutiert. Die extremsten Aussagen Nietzsches zur Energie der GrĂśĂe und zum Anti-Humanismus finden sich in einem Nachlass-Fragment von 1884: âJene ungeheure Energie der GrĂśĂe zu gewinnen, um, durch ZĂźchtung und anderseits durch Vernichtung von Millionen MiĂrathener, den zukĂźnftigen Menschen zu gestalten und nicht zu Grunde zu gehen an dem Leid, das man schafft, und dessen Gleichen noch nie da war!âcite-ref-51[50]
âGott ist totâ â Der europäische Nihilismus
Mit dem Stichwort âGott ist totâ wird oft die Vorstellung verbunden, dass Nietzsche den Tod Gottes beschworen oder herbeigewĂźnscht habe. Tatsächlich verstand sich Nietzsche eher als Beobachter. Er analysierte seine Zeit, vor allem die seiner Auffassung nach inzwischen zu Ende gehende (christliche) Zivilisation. Er war zudem nicht der erste, der die Frage nach dem âTod Gottesâ stellte. Bereits der junge Hegel äuĂerte diesen Gedanken und sprach von dem âunendlichen Schmerzâ als einem GefĂźhl, âworauf die Religion der neuen Zeit beruht â das GefĂźhl: Gott selbst ist totâ.cite-ref-52[51]
Die bedeutendste und meistbeachtete Stelle zu diesem Thema ist der Aphorismus 125 aus der FrĂśhlichen Wissenschaft mit dem Titel âDer tolle Menschâ. Der stilistisch dichte Aphorismus enthält Anspielungen auf klassische Werke der Philosophie und TragĂśdie. Dieser Text lässt den Tod Gottes als bedrohliches Ereignis erscheinen. Dem Sprecher darin graut vor der Schreckensvision, dass die zivilisierte Welt ihr bisheriges geistiges Fundament weitgehend zerstĂśrt habe:
âWohin ist Gott?â rief er, âich will es euch sagen! Wir haben ihn getĂśtet, â ihr und ich! Wir Alle sind seine MĂśrder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? StĂźrzen wir nicht fortwährend? Und rĂźckwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? [âŚ] Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getĂśtet! Wie trĂśsten wir uns, die MĂśrder aller MĂśrder? [âŚ] Ist nicht die GrĂśĂe dieser Tat zu groĂ fĂźr uns? MĂźssen wir nicht selber zu GĂśttern werden, um nur ihrer wĂźrdig zu erscheinen?â [âŚ] âIch komme zu frĂźhâ, sagte er dann, âich bin noch nicht an der Zeit. Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert, â es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen.âcite-ref-der-tolle-mensch-53-0[52]
Das Wort vom Tod Gottes findet sich auch in den Aphorismen 108 und 343 der FrĂśhlichen Wissenschaft, und es taucht auch mehrmals in Also sprach Zarathustra auf, ein Beispiel: âTot sind alle GĂśtter: nun wollen wir, dass der Ăbermensch lebe.âcite-ref-54[53] Danach verwendete Nietzsche es nicht mehr, befasste sich aber weiter intensiv mit dem Thema. Beachtenswert ist hier etwa das nachgelassene Fragment Der europäische Nihilismus (datiert 10. Juni 1887), in dem es heiĂt: ââGottâ ist eine viel zu extreme Hypothese.âcite-ref-55[54]
Nietzsche kommt zu dem Schluss, dass mehrere mächtige StrĂśmungen, vor allem das Aufkommen der Naturwissenschaften und der Geschichtswissenschaft, die christliche Weltanschauung unglaubwĂźrdig machen und damit die christliche Zivilisation zu Fall bringen. Die Kritik der bestehenden Moral, wie Nietzsche selbst sie betreibt, mache die Moral hohl und unglaubwĂźrdig und lasse sie schlieĂlich zusammenbrechen. So steht Nietzsche einerseits in der Tradition der franzĂśsischen Moralisten, wie etwa Montaigne oder La Rochefoucauld, die die Moral ihrer Zeit kritisieren, um zu einer besseren zu gelangen; andererseits betont er mehrfach, er bekämpfe nicht nur die Heuchelei von Moral, sondern die herrschenden âMoralenâ selbst â im Wesentlichen immer die christliche. In diesem Sinne bezeichnet er sich selbst als âImmoralistenâ.
Es besteht weitgehende Ăbereinstimmung, dass Nietzsche sich nicht als BefĂźrworter des Nihilismus verstand, sondern ihn als MĂśglichkeit in der [nach]christlichen Moral, vielleicht auch als eine geschichtliche Notwendigkeit sah. Ăber den Atheismus Nietzsches im Sinne des Nichtglaubens an einen metaphysischen Gott sagen diese Stellen wenig aus. (Siehe hierzu den Abschnitt Kritik an Religion, Metaphysik und Erkenntnistheorie.)
BezĂźglich Nietzsches Denkentwicklung ist in der Forschung angemerkt worden, dass er sich ab 1869 zwar mit ânihilistischenâ Themen beschäftigte (âPessimismus, mit dem Nirvana und mit dem Nichts und Nichtseinâcite-ref-56[55]), aber eine begriffliche Verwendung von Nihilismus erstmalig in handschriftlichen Notizen Mitte 1880 stattfand. In diese Zeit fällt ein damals populärwissenschaftliches Werk (Nicolai Karlowitsch: Die Entwicklung des Nihilismus. Berlin 1880), welches anhand russischer Zeitungsberichte den sogenannten âRussischen Nihilismusâ rekonstruierte und fĂźr Nietzsches Terminologie bedeutend ist.cite-ref-57[56]
Kunst und Wissenschaft
Das Begriffspaar âapollinisch-dionysischâ wurde zwar schon von Schelling verwendet, fand aber erst durch Nietzsche Eingang in die Philosophie der Kunst. Mit den Namen der griechischen GĂśtter Apollon und Dionysos bezeichnet Nietzsche in seiner frĂźhen Schrift Die Geburt der TragĂśdie aus dem Geiste der Musik zwei gegensätzliche Prinzipien der Ăsthetik. Apollinisch ist demnach der Traum, der schĂśne Schein, das Helle, die Vision, die Erhabenheit; dionysisch ist der Rausch, die grausame Enthemmung, das Ausbrechen einer dunklen Urkraft. In der attischen TragĂśdie ist Nietzsche zufolge die Vereinigung dieser Kräfte gelungen. Das âUr-Eineâ offenbare sich dem Dichter dabei in der Form von dionysischer Musik und werde mittels apollinischer Träume in Bilder umgesetzt. Auf der BĂźhne sei die TragĂśdie durch den Chor geboren, der dem Dionysischen Raum gibt. Als apollinisches Element komme der Dialog im Vordergrund und der tragische Held hinzu.
Die griechische TragÜdie sei durch Euripides und den Einfluss des Sokratismus zugrunde gegangen. Hierdurch sei vor allem das Dionysische, aber auch das Apollinische aus der TragÜdie getrieben worden, sie selbst sei zu einem bloà dramatisierten Epos herabgesunken. Die Kunst habe sich in den Dienst des Wissens und sokratischer Klugheit gestellt und sei zur reinen Nachahmung geworden. Erst im Musikdrama Richard Wagners sei die Vereinigung der gegensätzlichen Prinzipien wieder gelungen.
In späteren Schriften rĂźckt Nietzsche von dieser Position ab; insbesondere sieht er in den Werken Wagners jetzt keinen Neuanfang mehr, sondern ein Zeichen des Verfalls. In dessen letztem Werk Parsifal sieht er Wagner zurĂźckfallen in den Ăźberwunden geglaubten christlichen ErlĂśsungszustand.cite-ref-58[57] Auch seine grundsätzlichen ästhetischen Betrachtungen variiert er: In den Schriften der âpositivistischenâ Periode tritt die Kunst deutlich hinter die Wissenschaft zurĂźck. Nunmehr ist fĂźr Nietzsche âder wissenschaftliche Mensch die Weiterentwickelung des kĂźnstlerischenâ (Menschliches, Allzumenschlichescite-ref-59[58]), ja sogar â[d]as Leben ein Mittel der Erkenntnisâ (Die frĂśhliche Wissenschaftcite-ref-60[59]).
Erst nach Also sprach Zarathustra greift Nietzsche wieder deutlicher auf seine frĂźhen ästhetischen Ansichten zurĂźck. In einem Notizbuch von 1888 heiĂt es:
âDie Kunst und nichts als die Kunst! Sie ist die groĂe ErmĂśglicherin des Lebens, die groĂe VerfĂźhrerin zum Leben, das groĂe Stimulans des Lebens.âcite-ref-61[60]
In den späten Schriften entwickelt er auch den Begriff des Dionysischen weiter. Die Gottheit Dionysos dient zur Projektion mehrerer wichtiger Lehren, und Ecce homo schlieĂt mit dem Ausruf: âDionysos gegen den Gekreuzigten!â Das Thema des Dionysos ist eine der entscheidenden Konstanten im Leben und Werk Nietzsches, von der Geburt der TragĂśdie bis zu seinen Wahnbriefen, die er unter anderem mit Dionysos oder Der Gekreuzigte unterschreibt und wo Cosima Wagner zu seiner Ariadne wird.cite-ref-62[61]
Kritik an Religion, Metaphysik und Erkenntnistheorie
Mit der Kritik der Moral hängt eine Kritik bisheriger Philosophien zusammen. Gegen metaphysische und religiÜse Konzepte ist Nietzsche grundsätzlich skeptisch. Die MÜglichkeit einer metaphysischen Welt sei zwar nicht widerlegbar, aber sie gehe uns auch nichts an:
âEs ist wahr, es kĂśnnte eine metaphysische Welt geben; die absolute MĂśglichkeit davon ist kaum zu bekämpfen. [âŚ] aber Alles, was [âŚ] bisher metaphysische Annahmen werthvoll, schreckenvoll, lustvoll gemacht, was sie erzeugt hat, ist Leidenschaft, Irrthum und Selbstbetrug; die allerschlechtesten Methoden der Erkenntniss, nicht die allerbesten, haben daran glauben lehren. Wenn man diese Methoden, als das Fundament aller vorhandenen Religionen und Metaphysiken, aufgedeckt hat, hat man sie widerlegt. Dann bleibt immer noch jene MĂśglichkeit Ăźbrig; aber mit ihr kann man gar Nichts anfangen, geschweige denn, dass man GlĂźck, Heil und Leben von den Spinnenfäden einer solchen MĂśglichkeit abhängen lassen dĂźrfte. â Denn man kĂśnnte von der metaphysischen Welt gar Nichts aussagen, als ein Anderssein, ein uns unzugängliches, unbegreifliches Anderssein; es wäre ein Ding mit negativen Eigenschaften. â Wäre die Existenz einer solchen Welt noch so gut bewiesen, so stĂźnde doch fest, dass die gleichgĂźltigste aller Erkenntnisse eben ihre Erkenntniss wäre [âŚ]â
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Menschliches, Allzumenschliches
Alle metaphysischen und religiÜsen Spekulationen seien dagegen psychologisch erklärbar; sie hätten vor allem der Legitimation bestimmter Moralen gedient. Die jeweilige Art zu denken, die Philosophien der Philosophen sind nach Nietzsche aus deren kÜrperlicher und geistiger Verfassung sowie ihren individuellen Erfahrungen abzuleiten.
âIn der That, man thut gut (und klug), zur Erklärung davon, wie eigentlich die entlegensten metaphysischen Behauptungen eines Philosophen zu Stande gekommen sind, sich immer erst zu fragen: auf welche Moral will es (will er â) hinaus?â
â
Jenseits von Gut und BĂśse
Nietzsche wendet diese These auch in seinen Selbstanalysen an und weist wiederholt darauf hin, dass wir die Welt notwendigerweise stets perspektivisch wahrnehmen und auslegen. Schon die Notwendigkeit, sich in Sprache auszudrĂźcken und damit Subjekte und Prädikate anzusetzen, sei eine vorurteilsbehaftete Auslegung des Geschehens (Ăber Wahrheit und LĂźge im auĂermoralischen Sinne). Damit behandelte Nietzsche Fragen, die in Ansätzen von der modernen Sprachphilosophie wieder aufgenommen wurden.
âIch misstraue allen Systematikern und gehe ihnen aus dem Weg. Der Wille zum System ist ein Mangel an Rechtschaffenheit.â
â
GÜtzen-Dämmerung
In seiner Autobiographie Ecce homo beschreibt er ein letztes Mal sein Verhältnis zu Religion und Metaphysik:
ââGottâ, âUnsterblichkeit der Seeleâ, âErlĂśsungâ, âJenseitsâ, lauter Begriffe, denen ich keine Aufmerksamkeit, auch keine Zeit geschenkt habe, selbst als Kind nicht â ich war vielleicht nie kindlich genug dazu? â Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwĂźrdig, zu ĂźbermĂźtig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelikatesse gegen uns Denker â, im Grunde sogar bloĂ ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!âcite-ref-67[66]
Weitere Gedanken
Genealogie
In den Werken Nietzsches lässt sich zeigen, dass er schon in jungen Jahrencite-ref-68[67] einen Zugang zu den Themen der Metaphysik, der Religion und der Moral, später auch des Ăsthetischen, aus einem historisch-kritischen Blickwinkel forderte. Alle Erklärungsmuster, die auf etwas Transzendentes, Unbedingtes, Universales abzielen, seien nichts als Mythen, die in der Geschichte der Erkenntnisentwicklung jeweils auf der Grundlage des Wissens ihrer Zeit entstanden seien. Dieses aufzudecken sei Aufgabe der modernen Wissenschaft und Philosophie. In diesem Sinne verstand sich Nietzsche als Verfechter eines radikalen Aufklärungsgedankens. â[âŚ] erst nachdem wir die historische Betrachtungsart, welche die Zeit der Aufklärung mit sich brachte, in einem so wesentlichen Puncte corrigirt haben, dĂźrfen wir die Fahne der Aufklärung â die Fahne mit den drei Namen: Petrarca, Erasmus, Voltaire â von Neuem weiter tragen. Wir haben aus der Reaction einen Fortschritt gemacht.âcite-ref-69[68] Den Begriff der Genealogie verwendete er erstmals im Titel der Genealogie der Moral. Die Methodik wird dort insbesondere in der zweiten Abhandlung in den Abschnitten 12 bis 14 ausgefĂźhrt.cite-ref-70[69] Die dahinter stehende Methode beschrieb und praktizierte er bereits in Menschliches, Allzumenschliches (Aphorismen 1 und 2), und bereits in der Zweiten UnzeitgemäĂen Betrachtung reflektierte er den Wert des Historischen kritisch, zeigte dessen Grenzen, aber auch seine Unhintergehbarkeit.cite-ref-71[70] Genealogie bedeutet fĂźr Nietzsche nicht historische Forschung, sondern kritische Erklärung von Gegenwartsphänomenen anhand von (spekulativen) theoretischen Ableitungen aus der Geschichte. Im Mittelpunkt steht eine âDeplausibilisierungâcite-ref-72[71] bisheriger Narrative in Philosophie, Theologie und den kulturwissenschaftlichen Fragen durch historisch gestĂźtzte psychologische Thesen. GroĂen Einfluss hatte dieses Konzept Nietzsches auf Michel Foucault.cite-ref-73[72] Josef Simon setzte die Methode mit der modernen Dekonstruktion gleich.cite-ref-74[73]
Perspektivismus
Aus seiner Kritik von Metaphysik, Erkenntnistheorie, Moralphilosophie und Religion heraus entwickelte Nietzsche selbst ein pluralistisches Weltbild. Indem er die Welt und auch den Menschen als einen im ständigen Werden befindlichen Organismus auffasste, in dem eine Vielzahl von Elementen im ständigen Gegeneinander ihrer Kräfte danach ringt, sich durchzusetzen, lĂśste er sich vom traditionellen Substanzdenken und von jeglichen kausal-mechanistischen sowie teleologischen Erklärungen.cite-ref-75[74] âAlle Einheit ist nur als Organisation und Zusammenspiel Einheit: nicht anders als wie ein menschliches Gemeinwesen eine Einheit ist: also Gegensatz der atomistischen Anarchie; somit ein Herrschafts-Gebilde, das Eins bedeutet, aber nicht eins ist.âcite-ref-76[75] In diesem Organismus als Totalität wirken die verschiedensten Kräfte im Kampf gegeneinander; sie folgen ihrem jeweiligen Willen zur Macht (s. u.). âLeben wäre zu definiren als eine dauernde Form von ProzeĂ der Kraftfeststellungen, wo die verschiedenen Kämpfenden ihrerseits ungleich wachsen.âcite-ref-77[76] Jeder Organismus fĂźhrt seinen Kampf aus seiner eigenen Perspektive.
âSeien wir zuletzt, gerade als Erkennende, nicht undankbar gegen solche resolute Umkehrungen der gewohnten Perspektiven und Werthungen, mit denen der Geist allzulange scheinbar freventlich und nutzlos gegen sich selbst gewĂźthet hat: dergestalt einmal anders sehn, anders-sehn-wollen ist keine kleine Zucht und Vorbereitung des Intellekts zu seiner einstmaligen âObjektivitätâ, â letztere nicht als âinteresselose Anschauungâ verstanden (als welche ein Unbegriff und Widersinn ist), sondern als das VermĂśgen, sein FĂźr und Wider in der Gewalt zu haben und aus- und einzuhängen: so dass man sich gerade die Verschiedenheit der Perspektiven und der Affekt-Interpretationen fĂźr die Erkenntniss nutzbar zu machen weiss [âŚ] Es giebt nur ein perspektivisches Sehen, nur ein perspektivisches âErkennenâ; und je mehr Affekte wir Ăźber eine Sache zu Worte kommen lassen, je mehr Augen, verschiedne Augen wir uns fĂźr dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser âBegriffâ dieser Sache, unsre âObjektivitätâ sein. Den Willen aber Ăźberhaupt eliminiren, die Affekte sammt und sonders aushängen, gesetzt, dass wir dies vermĂśchten: wie? hiesse das nicht den Intellekt castriren?â
â
GM III, 12, KSA 5, 365
Die subjektive Sicht, die zur Perspektive fĂźhrt, bedeutet nun weder WillkĂźr noch Relativismus. Die jeweils eingenommene Perspektive fĂźhrt vielmehr dazu, dass der Mensch die Welt, wie sie ihm erscheint, zu einem Bild, zu einer Interpretation zusammenfĂźgt.
âDaĂ der Werth der Welt in unserer Interpretation liegt (â daĂ vielleicht irgendwo noch andere Interpretationen mĂśglich sind als bloĂ menschliche â) daĂ die bisherigen Interpretationen perspektivische Schätzungen sind, vermĂśge deren wir uns im Leben, das heiĂt im Willen zur Macht, zum Wachsthum der Macht erhalten, daĂ jede ErhĂśhung des Menschen die Ăberwindung engerer Interpretationen mit sich bringt, daĂ jede erreichte Verstärkung und Machterweiterung neue Perspektiven aufthut und an neue Horizonte glauben heiĂtâdies geht durch meine Schriften.âcite-ref-78[77]
Wille zur Macht
Der âWille zur Machtâ ist erstens ein Konzept, das zum ersten Mal in Also sprach Zarathustra vorgestellt und in allen nachfolgenden BĂźchern zumindest am Rande erwähnt wird. Seine Anfänge liegen in den psychologischen Analysen des menschlichen Machtwillens in der MorgenrĂśte. Umfassender fĂźhrte es Nietzsche in seinen nachgelassenen NotizbĂźchern ab etwa 1885 aus.
Zweitens ist es der Titel eines von Nietzsche auch als Umwertung aller Werte geplanten Werks, das nie zustande kam. Aufzeichnungen dazu finden sich zunächst im geplanten Projekt Magnum in parvo: Eine Philosophie im Auszug und wurden zu zwei Dritteln in die GÜtzen-Dämmerung und zu einem Drittel in Der Antichrist ßbernommen.cite-ref-79[78]
Drittens ist es der Titel einer Nachlasskompilation von Elisabeth FĂśrster-Nietzsche und Peter Gast, die nach Ansicht dieser Herausgeber dem unter Punkt zwei geplanten âHauptwerkâ entsprechen soll.
Die Deutung des Konzepts âWille zur Machtâ ist stark umstritten. FĂźr Martin Heidegger war es Nietzsches Antwort auf die metaphysische Frage nach dem âGrund alles Seiendenâ: Laut Nietzsche sei alles âWille zur Machtâ im Sinne eines inneren, metaphysischen Prinzips, so wie dies bei Schopenhauer der âWille (zum Leben)â ist. Die entgegengesetzte Meinung vertrat Wolfgang MĂźller-Lauter: Danach habe Nietzsche mit dem âWillen zur Machtâ keineswegs eine Metaphysik im Sinne Heideggers wiederhergestellt â Nietzsche war ja gerade Kritiker jeder Metaphysik â, sondern den Versuch unternommen, eine in sich konsistente Deutung allen Geschehens zu geben, die die nach Nietzsche irrtĂźmlichen Annahmen sowohl metaphysischer âSinngebungenâ als auch eines atomistisch-materialistischen Weltbildes vermeide. Um Nietzsches Konzept zu begreifen, sei es angemessener, von den (vielen) âWillen zur Machtâ zu sprechen, die im dauernden Widerstreit miteinander stehen, sich gegenseitig bezwingen und einverleiben, zeitweilige Organisationen (beispielsweise den menschlichen Leib), aber keinerlei âGanzesâ bilden, denn die Welt sei ewiges Chaos.
Zwischen diesen beiden Interpretationen bewegen sich die meisten anderen, wobei die heutige Nietzscheforschung derjenigen MĂźller-Lauters deutlich näher steht. Gerade der Begriff Macht weist jedoch bei Nietzsche (mit seiner stets auf das gesunde Individuum ausgerichteten Weltanschauung) auf neuere positive Verständnisformen voraus, wie wir sie bei Hannah Arendtcite-ref-80[79] finden â hier jedoch bezogen auf den Menschen in der Gesellschaft: die grundsätzliche MĂśglichkeit aus sich heraus gestaltend âetwas zu machenâ.
Ewige Wiederkunft
Nietzsches zuerst in Die frĂśhliche Wissenschaft auftretender und in Also sprach Zarathustra als HĂśhepunkt vorgefĂźhrter âtiefster Gedankeâ, der ihm auf einer Wanderung am Silvaplanersee im Engadin kam, ist die Vorstellung, dass alles Geschehende schon unendlich oft geschah und unendlich oft wiederkehren wird. Man solle deshalb so leben, dass man die immerwährende Wiederholung eines jeden Augenblickes nicht nur ertrage, sondern sogar begrĂźĂe. âDoch alle Lust will Ewigkeit â will tiefe, tiefe Ewigkeitâcite-ref-81[80] lautet folglich ein zentraler Satz in Also sprach Zarathustra. Eng mit der âEwigen Wiederkunftâ, fĂźr die Nietzsche trotz seiner nur sehr oberflächlichen naturwissenschaftlichen Bildung auch wissenschaftliche BegrĂźndungen zu geben versuchte, hängt wohl der Amor fati (lat. âLiebe zum Schicksalâ) zusammen. Dies ist fĂźr Nietzsche eine Formel zur Bezeichnung des hĂśchsten Zustands, den ein Philosoph erreichen kann, die Form der hĂśchstgesteigerten Lebensbejahung.cite-ref-82[81]
Ăber die âewige Wiederkunftâ, ihre Bedeutung und Stellung in Nietzsches Gedanken herrscht keine Einigkeit. Während einige Deuter sie als Zentrum seines gesamten Denkens ausmachten, sahen andere sie bloĂ als fixe Idee und stĂśrenden âFremdkĂśrperâ in Nietzsches Lehren.
Ăbermensch
An einen Fortschritt in der Geschichte der Menschheit â oder in der Welt Ăźberhaupt â glaubt Nietzsche nicht. FĂźr ihn ist folglich das Ziel der Menschheit nicht an ihrem (zeitlichen) Ende zu finden, sondern in ihren immer wieder auftretenden hĂśchsten Individuen, den Ăbermenschen. Die Gattung Mensch als Ganzes sieht er nur als einen Versuch, eine Art Grundmasse, aus der heraus er âSchaffendeâ fordert, die âhartâ und mitleidlos mit anderen und vor allem mit sich selbst sind, um aus der Menschheit und sich selbst ein wertvolles Kunstwerk zu schaffen. Als negatives GegenstĂźck zum Ăbermenschen wird in Also sprach Zarathustra der letzte Mensch vorgestellt. Dieser steht fĂźr das schwächliche Bestreben nach Angleichung der Menschen untereinander, nach einem mĂśglichst risikolosen, langen und âglĂźcklichenâ Leben ohne Härten und Konflikte. Das Präfix âĂberâ in der WortschĂśpfung âĂbermenschâ kann nicht nur fĂźr eine hĂśhere Stufe relativ zu einer anderen stehen, sondern auch im Sinne von âhinĂźberâ verstanden werden, kann also eine Bewegung ausdrĂźcken. Der Ăbermensch ist daher nicht unbedingt als Herrenmensch Ăźber dem letzten Menschen zu sehen. Eine rein politische Deutung gilt der heutigen Nietzscheforschung als irrefĂźhrend. Der âWille zur Machtâ, der sich im Ăbermenschen konkretisieren soll, ist demnach nicht etwa der Wille zur Herrschaft Ăźber andere, sondern ist als Wille zum KĂśnnen, zur Selbstbereicherung, zur SelbstĂźberwindung zu verstehen.
EinflĂźsse
Aus seiner Jugend im Pfarrhaus und im kleinbĂźrgerlich-frommen âFrauenhaushaltâ ergaben sich Nietzsches erste praktische Erfahrungen mit dem Christentum. Schon sehr bald entwickelte er hier einen kritischen Standpunkt und las Schriften von Ludwig Feuerbach und David Friedrich StrauĂ. Wann genau diese Entfremdung von der Familie begann und welchen Einfluss sie auf Nietzsches weiteren Denk- und Lebensweg hatte, ist Gegenstand einer andauernden Debatte in der Nietzsche-Forschung.
Der frßhe Tod des Vaters dßrfte Nietzsche beeinflusst haben, jedenfalls wies er selbst oft auf dessen Bedeutung fßr ihn hin. Dabei ist zu beachten, dass er ihn selbst kaum kannte, sondern sich aus Familienerzählungen ein wohl idealisiertes Bild des Vaters machte. Als freundlicher und beliebter, andererseits kÜrperlich schwacher und kranker Landpfarrer taucht er in Nietzsches Selbstanalysen immer wieder auf.
Schon in seiner Jugend war Nietzsche von den Schriften Ralph Waldo Emersons und Lord Byrons beeindruckt, den seinerzeit tabuisierten HĂślderlin erkor er zu seinem Lieblingsdichter. Machiavellis Werk Der FĂźrst las er bereits privat in der Schulzeit.
Wie stark der Einfluss des Dichters Ernst Ortlepp oder die Ideen Max Stirners beziehungsweise des ganzen Junghegelianismus auf Nietzsche waren, ist umstritten. Der Einfluss Ortlepps ist vor allem von Hermann Josef Schmidt hervorgehoben worden. Ăber den Einfluss Stirners auf Nietzsche wird bereits seit den 1890ern debattiert. Einige Interpreten sahen hier hĂśchstens eine flĂźchtige Kenntnisnahme, andere dagegen, allen voran Eduard von Hartmann, erhoben einen Plagiatsvorwurf. Bernd A. Laska vertritt die AuĂenseiter-These, Nietzsche habe infolge der Begegnung mit dem Werk Stirners, das ihm vom Junghegelianer Eduard Mushacke vermittelt worden sei, eine âinitiale Kriseâ durchgemacht, die ihn zu Schopenhauer fĂźhrte.cite-ref-krise-13-1[13]
Im Philologiestudium bei Ritschl lernte Nietzsche neben den klassischen Werken selbst vor allem philologisch-wissenschaftliche Methoden kennen. Dies dĂźrfte einerseits die Methodik seiner Schriften beeinflusst haben, was insbesondere in der Genealogie der Moral deutlich wird, andererseits aber auch sein Bild von der strengen Wissenschaft als mĂźhselige Arbeit fĂźr mittelmäĂige Geister. Seine eher negative Haltung zum Wissenschaftsbetrieb an den Universitäten beruhte zweifellos auf eigenen Erfahrungen sowohl als Student als auch als Professor. An der Universität versuchte Nietzsche den von ihm geschätzten Jacob Burckhardt zu Gesprächen zu gewinnen, las einige von dessen BĂźchern und hĂśrte sich Vorlesungen des Kollegen an. Mit dem Freund Franz Overbeck hatte er in der Basler Zeit einen regen Gedankenaustausch, auch später half ihm Overbeck in theologischen und kirchengeschichtlichen Fragen weiter.
Werke bekannter Schriftsteller wie Stendhal, Tolstoi und Dostojewski machte Nietzsche sich fĂźr sein eigenes Denken ebenso zunutze wie solche eher unbekannter Autoren wie William Edward Hartpole Lecky oder Fachgelehrter wie Julius Wellhausen. Zu seinen Ansichten Ăźber die moderne dĂŠcadence las und bewertete er etwa George Sand, Gustave Flaubert und die BrĂźder Goncourt. SchlieĂlich lässt sich Nietzsches Interesse an Wissenschaften von der Physik (besonders Roger Joseph Boscovichs System) bis zur NationalĂśkonomie belegen. Auf die besondere Bedeutung der kritischen Auseinandersetzung mit dem Buch Der Ursprung der moralischen Empfindungen (1877) von Paul RĂŠe verwies Nietzsche in der Vorrede zur Genealogie der Moral.cite-ref-83[82] FĂźr sein Wissen Ăźber die Physiologie, auch in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Darwinismus, stĂźtzte sich Nietzsche stark auf das Werk Der Kampf der Theile im Organismus. Ein Beitrag zur Vervollständigung der mechanischen ZweckmäĂigkeitslehre des Anatomen Wilhelm Roux.cite-ref-84[83] Er meinte auch, durch seine Krankheiten ein besseres Wissen Ăźber Medizin, Physiologie und Diätetik erlangt zu haben als manche seiner Ărzte.
Wagner und Schopenhauer
Ab Mitte der 1860er Ăźbten die Werke Arthur Schopenhauers groĂen Einfluss auf Nietzsche aus; dabei bewunderte Nietzsche aber schon zu Beginn weniger den Kern der Schopenhauerschen Lehre als die Person und den âTypusâ Schopenhauer, das heiĂt in seiner Vorstellung den wahrheitssuchenden und âunzeitgemäĂenâ Philosophen. Eine weitere wesentliche Inspiration waren dann die Person und die Musik Richard Wagners. Die Schriften Richard Wagner in Bayreuth (Vierte UnzeitgemäĂe Betrachtung) und vor allem die Geburt der TragĂśdie feiern dessen Musikdrama als Ăberwindung des Nihilismus ebenso wie eines platten Rationalismus. Diese Verehrung schlug spätestens 1879 nach Wagners vermeintlicher Hinwendung zum Christentum (in Parsifal) in Feindschaft um. Nietzsche rechtfertigte seinen radikalen Sinneswandel später in Der Fall Wagner und in Nietzsche contra Wagner. Dass Nietzsche sich lange nach Wagners Tod 1883 beinahe zwanghaft mit dem einstigen âMeisterâ beschäftigte, hat einige Aufmerksamkeit gefunden: Ăber das komplizierte Verhältnis zwischen Nietzsche und Wagner (sowie Wagners Frau Cosima) gibt es viele Untersuchungen mit teilweise unterschiedlichen Ergebnissen. Neben den von Nietzsche genannten weltanschaulichen und kunstphilosophischen Differenzen haben sicherlich auch persĂśnliche GrĂźnde eine Rolle bei Nietzsches âAbfallâ von Wagner gespielt.
Schopenhauer sah er nun kritischer und meinte, gerade in dessen Pessimismus und Nihilismus ein zeittypisches und daher rĂźckwärtsgewandtes Phänomen zu erkennen. Freilich fand er auch 1887 noch lobende Worte fĂźr Schopenhauer, der âals Philosoph der erste eingeständliche und unbeugsame Atheist [war], den wir Deutschen gehabt habenâ:
â[Nun kommt] auf eine furchtbare Weise die Schopenhauerische Frage zu uns: hat denn das Dasein Ăźberhaupt einen Sinn? â jene Frage, die ein paar Jahrhunderte brauchen wird, um auch nur vollständig und in alle ihre Tiefe hinein gehĂśrt zu werden. Was Schopenhauer selbst auf diese Frage geantwortet hat, war â man vergebe es mir â etwas Voreiliges, Jugendliches, nur eine Abfindung, ein Stehen- und Steckenbleiben in eben den christlich-asketischen Moral-Perspektiven, welchen, mit dem Glauben an Gott, der Glaube gekĂźndigt war ⌠Aber er hat die Frage gestellt.âcite-ref-86[85]
Nietzsches Rezeption anderer Philosophien
Sein Wissen ßber Philosophie und Philosophiegeschichte hat Nietzsche sich nicht systematisch aus den Quellen angeeignet. Er hat es vornehmlich aus Sekundärliteratur entnommen: vor allem aus Friedrich Albert Langes Geschichte des Materialismus sowie Kuno Fischers Geschichte der neuern Philosophie zu späteren Autoren. Platon und Aristoteles waren ihm aus der Philologie bekannt und auch Gegenstand einiger seiner philologischen Vorlesungen, aber besonders Letzteren kannte er nur lßckenhaft. Mit den Vorsokratikern, die er allerdings Vorplatoniker nennt, befasste er sich in seiner Frßhschrift Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen von 1873, vor allem auf Heraklit kam er noch später zurßck.
FĂźr die Ethik Spinozas, die Nietzsche zeitweise anregte, war ihm Fischers Werk die Hauptquelle. Kant lernte er ebenfalls durch Fischer (und Schopenhauer, s. oben) kennen; im Original las er vermutlich nur die Kritik der Urteilskraft. Zum deutschen Idealismus um Hegel Ăźbernahm er fĂźr einige Zeit die scharfe Kritik Schopenhauers. Später ignorierte er die Richtung. Bedenkenswert ist, dass sich bei Nietzsche zu den Junghegelianern (Feuerbach, Bauer und Stirner) keine nennenswerten ĂuĂerungen finden, obwohl er sie als Denker einer âgeistesregen Zeitâ ansah,cite-ref-krise-13-2[13] auch keine zu Karl Marx, obwohl er sich verschiedentlich Ăźber den politischen Sozialismus äuĂerte.
Weitere von Nietzsche rezipierte Quellen waren die franzĂśsischen Moralisten wie La Rochefoucauld, Montaigne, Vauvenargues, Chamfort, Voltaire und Stendhal. Die LektĂźre Blaise Pascals vermittelte ihm einige neue Einsichten zum Christentum.
Hin und wieder setzte sich Nietzsche polemisch mit den seinerzeit populären Philosophen Eugen Dßhring, Eduard von Hartmann und Herbert Spencer auseinander. Vor allem von Letzterem und den deutschen Vertretern der Evolutionstheorie um Ernst Haeckel bezog er sein Wissen um die Lehren Charles Darwins.
Die intensive Quellenforschung der letzten Jahrzehnte hat zahlreiche BezĂźge in Nietzsches Werken ermittelt, unter anderem zu seinen Zeitgenossen Afrikan Spir und Gustav Gerber, deren Sprach- und Erkenntnistheorie Ăźberraschende Ăhnlichkeiten mit der Nietzsches aufweisen.
Vereinzelt ist in der Nietzsche-Forschung darauf hingewiesen worden, dass Nietzsches Kritik an anderen Philosophien und Lehren auf Missverständnissen beruhe, eben weil er sie nur durch entstellende Sekundärliteratur kannte. Dies betreffe insbesondere Nietzsches Aussagen zu Kant und der Evolutionslehre. Aber auch dieses Thema ist umstritten.
Wirkung
â
Hauptartikel
:
Nietzsche-Rezeption
und
Liste von Werken zu Friedrich Nietzsche
Kulturelle Rezeption
In der Fernsehserie Gene Roddenberryâs Andromeda gibt es eine fiktive Rasse der Nietzscheaner, die den Lehren Nietzsches anhängen.
In seiner 3. Sinfonie vertont Gustav Mahler das Lied O Mensch! Gib acht! aus Nietzsches Also sprach Zarathustra.
Die gleichzeitig entstandene sinfonische Dichtung Also sprach Zarathustra von Richard Strauss nimmt frei auf den Text von Also sprach Zarathustra Bezug.
Werke und Ausgaben
Eingeklammerte Jahreszahlen geben das Jahr der Entstehung, mit Kommata abgetrennte das Jahr der ErstverĂśffentlichung an.
Philologische Werke
⢠Zur Geschichte der Theognideischen Spruchsammlung. 1867.
⢠De Laertii Diogenis fontibus. 1868/69.
⢠Homer und die klassische Philologie. 1869.
⢠Analecta Laertiana. 1870.
⢠Der florentinische Tractat ßber Homer und Hesiod. 1870 (siehe: Certamen Homeri et Hesiodi).
⢠Das griechische Musikdrama. 1870 (Kritische Studienausgabe (KSA) I, 513â549)
Philosophische Werke, Dichtungen und Autobiografisches
⢠Fßnf Vorreden zu fßnf ungeschriebenen Bßchern. 1872 KSA 1:
⢠I. Ăber das Pathos der Wahrheit.
⢠II. Gedanken ßber die Zukunft unserer Bildungsanstalten.
⢠III. Der griechische Staat.
⢠IV. Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur.
⢠V. Homers Wettkampf.
⢠Die Geburt der TragÜdie aus dem Geiste der Musik. 1872 KSA 1.
⢠Ăber Wahrheit und LĂźge im auĂermoralischen Sinne. 1873 KSA 1.
⢠Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen. 1873 KSA 1.
⢠UnzeitgemäĂe Betrachtungen. 1873â1876 KSA 1.
⢠David StrauĂ, der Bekenner und der Schriftsteller. 1873.
⢠Schopenhauer als Erzieher. 1874.
⢠Richard Wagner in Bayreuth. 1876.
⢠Menschliches, Allzumenschliches â Ein Buch fĂźr freie Geister. (mit zwei Fortsetzungen), 1878â1880 KSA 2
⢠Der Wanderer und sein Schatten 1880
⢠MorgenrÜte. Gedanken ßber die moralischen Vorurteile. 1881 KSA 3.
⢠Idyllen aus Messina. 1882 KSA 3.
⢠Die frĂśhliche Wissenschaft (âla gaya scienzaâ). 1882 KSA 3.
⢠Also sprach Zarathustra â Ein Buch fĂźr Alle und Keinen. 1883â1885 KSA 4.
⢠Zur Genealogie der Moral â Eine Streitschrift. 1887 KSA 5.
⢠Der Fall Wagner â Ein Musikanten-Problem. 1888 KSA 6.
⢠Dionysos-Dithyramben. 1889 KSA 6.
⢠GÜtzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert. 1889 KSA 6.
⢠Der Antichrist â Fluch auf das Christentum. 1895 KSA 6.
⢠Nietzsche contra Wagner. 1895 KSA 6.
⢠Ecce homo â Wie man wird, was man ist. (1888) 1908 KSA 6.
Lyrik (Auswahl)
⢠Ecce homo (Ja, ich weiĂ, woher ich stamme).
⢠âMein GlĂźck!â Die Tauben von San Marco seh ich wieder.
⢠Vereinsamt (Die Krähen schrein und ziehen schwirren Flugs zur Stadt).
⢠Der geheimnisvolle Nachen (Gestern nachts, als alles schlief).
⢠Das trunkene Lied (O Mensch! Gib acht!).
⢠Venedig (An der Brßcke stand jßngst ich in brauner Nacht).cite-ref-87[86]
Musik
Seit seiner Jugend musizierte Nietzsche und komponierte zahlreiche kleinere StĂźcke.
Bedeutend sind:
⢠Sämtliche Werke fßr Klavier solo eingespielt von Michael Krßcker fßr das Label NCA, SACD (Super-Audio-CD), Order No.: 60189, ISBN 978-3-86735-717-3.
⢠Manfred-Meditation, 1872. Zum Manfred von Lord Byron. Nach der vernichtenden Kritik Hans von BĂźlowscite-ref-88[87] gab Nietzsche das Komponieren grĂśĂtenteils auf. mp3-Datei
⢠Hymnus an die Freundschaft, 1874. HÜrprobe (wav-Format; 421 kB)
⢠Gebet an das Leben, NWV 41, 1882, und Hymnus an das Leben, Chor und Orchester, 1887: Nietzsche vertonte 1882 ein Gedicht von Lou von SalomÊ. Peter Gast arbeitete dies zu einer Komposition fßr gemischten Chor und Orchester um, die 1887 unter Nietzsches Namen verÜffentlicht wurde. Mit Partitur
Ausgaben
â
Hauptartikel
:
Nietzsche-Ausgabe
Gesamtausgaben: vollständige, ausfßhrlich kommentierte Ausgaben:
⢠Werke. Kritische Gesamtausgabe Sigle: KGW [auch: KGA (Verlag)], hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin und New York 1967ff.
⢠Briefe. Kritische Gesamtausgabe Sigle: KGB, hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin und New York 1975â2004.
⢠Karl Schlechta (Hrsg.): Friedrich Nietzsche, Werke in drei Bänden (mit Index-Band). 8. Auflage. Hannover/Mßnchen 1966 (Vgl. dazu Nietzsche-Ausgabe#Die Schlechta-Ausgabe und Kritik daran).
Studienausgaben: Taschenbuchausgaben:
⢠Sämtliche Werke, Kritische Studienausgabe in 15 Bänden Sigle: KSA, hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Mßnchen und New York 1980, ISBN 3-423-59065-3.
⢠Sämtliche Briefe. Kritische Studienausgabe Sigle: KSB, hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Mßnchen und New York 1986, ISBN 3-423-59063-7.
Nietzsche Online:
⢠70 Bände Editionen der Werke (KGW) und Briefe (KGB) Friedrich Nietzsches von Giorgio Colli und Mazzino Montinari: Ăźber 80 Monographien und Referenzwerke wie das Nietzsche-WĂśrterbuch sowie alle 38 Jahrgänge der Nietzsche-Studien â insgesamt Ăźber 100.000 Buchseiten bei De Gruyter (10/2010).
⢠Laut Weimarer Klassik Stiftung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft rund 350.000 Euro bewilligt fßr eine digitale Aufbereitung des kompletten Nachlasses von Nietzsche. Eine adäquate Internet-Plattform und eine Archivdatenbank stehen seit 2023 zur Verfßgung.cite-ref-89[88]
Literatur
Philosophiebibliographie: Friedrich Nietzsche â Zusätzliche Literaturhinweise zum Thema (Nähere bibliographische Angaben finden sich in den meisten der aufgefĂźhrten BĂźcher und Titel, siehe auch die Bibliographien bei den Weblinks.)
Zur Biografie
⢠Charles Andler: Nietzsche, sa vie et sa pensĂŠe. 6 Bände. Brossard, Paris 1920â1931, spätere Auflagen (3 Bände, jeweils zwei zusammengefasst) bei Gallimard, Paris, ISBN 2-07-020127-9, ISBN 2-07-020128-7, ISBN 2-07-020129-5 (detaillierte Gesamtdarstellung, Rezeptionsgrundlage vieler franzĂśsischer Autoren).
⢠Sabine Appel: Friedrich Nietzsche: Wanderer und freier Geist. Eine Biographie. Beck, Mßnchen 2011, ISBN 978-3-406-61368-5.
⢠Bernhard M. Baron: Nietzsches Oberpfalzreise 1867, in: OBERPFĂLZER HEIMAT Bd. 36/Jg. 1992, S. 83â88, ISBN 3-928901-00-1.
⢠Raymond J. Benders, Stephan Oettermann: Friedrich Nietzsche: Chronik in Bildern und Texten. Hanser, Mßnchen 2000, ISBN 3-446-19877-6.
⢠Daniel Blue: The Making of Friedrich Nietzsche: The Quest for Identity, 1844â1869. Cambridge University Press, Cambridge 2016, ISBN 978-1-107-13486-7.
⢠Burkhart Brßckner, Robin Pape: Biographie von Friedrich Wilhelm Nietzsche In: Biographisches Archiv der Psychiatrie (BIAPSY).
⢠Volker Ebersbach: Nietzsche in Turin. Boldt-Literaturverlag, Winsen/Luhe / Weimar 1994, ISBN 3-928788-11-6.
⢠Ivo Frenzel: Friedrich Nietzsche in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 31. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-50634-3.
⢠Timo Hoyer: Nietzsche und die Pädagogik. Werk, Biografie und Rezeption. KÜnigshausen & Neumann 2002, ISBN 3-8260-2418-4.
⢠Curt Paul Janz: Friedrich Nietzsche. Biographie. 3 Bände, Hanser, Mßnchen 1978/1979, ISBN 3-423-04383-0 (Standardwerk).
⢠Alfred von Martin: Nietzsche und Burckhardt. Reinhardt, Mßnchen 1941 (4. Auflage, Erasmus-Verlag, Mßnchen 1947).
⢠Alice Miller: Das ungelebte Leben und das Werk eines Lebensphilosophen: Friedrich Nietzsche. In: Dies: Der gemiedene Schlßssel. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-02226-1.
⢠Christian Niemeyer (Hrsg.): Nietzsche-Lexikon. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20844-9.
⢠Christian Niemeyer: Nietzsches Syphilis â und die der Anderen. Eine Spurensuche. Karl Alber, Freiburg 2020, ISBN 978-3-495-49064-8.
⢠Bernd Oei, 4 Bände: Nietzsche unter franzÜsischen Philosophen, Nietzsche unter franzÜsischen Literaten, Nietzsche unter deutschen Philosophen, Nietzsche unter deutschen Literaten, Dt. Wiss.-Verlag, Baden-Baden 2008.
⢠Henning Ottmann (Hrsg.): Nietzsche-Handbuch: Leben â Werk â Wirkung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000, ISBN 3-476-01330-8.
⢠Sue Prideaux: I am dynamite! A life of Friedrich Nietzsche. Faber & Faber, London 2018, ISBN 978-0-571-33621-0.
⢠Ăbersetzung: Ich bin Dynamit. Das Leben des Friedrich Nietzsche. Aus dem Englischen Ăźbersetzt von Thomas Pfeiffer und Hans-Peter Remmler. Klett-Cotta, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-608-98201-5.
⢠Werner Ross: Der ängstliche Adler; Friedrich Nietzsches Leben. DVA, Stuttgart 1980, ISBN 3-423-30736-6, und Der wilde Nietzsche oder Die Rßckkehr des Dionysos. DVA, Stuttgart 1994, ISBN 3-421-06668-X (zwei antithetische Akzentuierungen von Nietzsches Charakter aus der Sicht eines Literaturwissenschaftlers).
⢠Rßdiger Safranski: Nietzsche: Biographie seines Denkens. Hanser, Mßnchen 2000, ISBN 3-446-19938-1 (hoher philosophischer Anteil; dient auch als Einfßhrung in Nietzsches Denken).
⢠Hermann Josef Schmidt: Nietzsche absconditus oder Spurenlesen bei Nietzsche. 4 Bände. IBDK, Berlin/Aschaffenburg 1991â1994 (akribische psychologische Studie Ăźber Nietzsches Kindheit und Jugend).
⢠Rudolf Steiner: Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit im Project Gutenberg, Weimar 1895.
⢠Pia Daniela Volz: Nietzsche im Labyrinth seiner Krankheit. KÜnigshausen & Neumann, Wßrzburg 1990, ISBN 3-88479-402-7 (Standardwerk zu Nietzsches Krankengeschichte).
⢠Giuliano Campioni: Nietzsches persÜnliche Bibliothek. Walter de Gruyter, Berlin 2003.
⢠Nils Fiebig: Nietzsche und das Geld â Die Banalität des Alltäglichen. KĂśnigshausen & Neumann, WĂźrzburg 2019, ISBN 978-3-8260-6669-6.
⢠Hans Gutzwiller: Friedrich Nietzsches Lehrtätigkeit am Basler Pädagogium 1869â1876. In: Basler Zeitschrift fĂźr Geschichte und Altertumskunde. Band 50, 1951, doi:10.5169/seals-116377#152, S. 147â220.
⢠Peter Pßtz: Friedrich Nietzsche. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1967.
⢠Curt Paul Janz: Friedrich Nietzsche in Basel. In: Basler Stadtbuch 1970, S. 53â68.
⢠Paul Julius MÜbius: Ueber das Pathologische bei Nietzsche. In: Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. Band XVII. J. F. Bergmann, Wiesbaden 1902. cite-ref-90[89]
⢠Bernd Kettern: Friedrich Nietzsche. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 6, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1, Sp. 774â804.
Zur Philosophie
⢠Christian Benne, Claus Zittel (Hrsg.): Nietzsche und die Lyrik: Ein Kompendium. J. B. Metzler, Stuttgart 2017.
⢠Katharina Grätz, Sebastian Kaufmann (Hrsg.): Nietzsche zwischen Philosophie und Literatur. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8253-6669-8.
⢠Manuel Knoll, Barry Stocker (Hrsg.): Nietzsche as Political Philosopher. Berlin/Boston 2014.
⢠Claus Zittel: Das ästhetische KalkĂźl von Friedrich Nietzsches âAlso sprach Zarathustraâ (Nietzsche in der Diskussion), WĂźrzburg 2000 (2. Auflage 2011).
⢠Gßnter Abel: Nietzsche. Die Dynamik der Willen zur Macht und die ewige Wiederkehr. 2., erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 1998, ISBN 3-11-015191-X (Versuch der Klärung des häufig missverstandenen Begriffes).
⢠Keith Ansell Pearson (Hrsg.): A Companion to Nietzsche. Blackwell, Oxford/Malden 2006, ISBN 1-4051-1622-6.
⢠Volker Caysa, Konstanze Schwarzwald: Nietzsche â Macht â GrĂśĂe. Nietzsche â Philosoph der Macht oder der Macht der GrĂśĂe. De Gruyter, Berlin / New York 2011, ISBN 978-3-11-024572-1.
⢠Maudemarie Clark: Nietzsche on Truth and Philosophy. Cambridge University Press, Cambridge 1990, ISBN 0-521-34850-1.
⢠Gilles Deleuze: Nietzsche und die Philosophie. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1976, ISBN 3-434-46183-3 (Klassiker der franzÜsischen Nietzsche-Rezeption).
⢠Jacques Derrida: Sporen. Die Stile Nietzsches. Corbo e Fiore, Venedig 1976 (versucht zu zeigen, dass Nietzsches Denken kein Zentrum hat).
⢠Elmar Dod: Der unheimlichste Gast. Die Philosophie des Nihilismus. Tectum, Marburg 2013, ISBN 978-3-8288-3107-0. Der unheimlichste Gast wird heimisch. Die Philosophie des Nihilismus â Evidenzen der Einbildungskraft. BadenâBaden 2019, ISBN 978-3-8288-4185-7 (Die beiden Studien entwickeln Ăźber Nietzsche hinaus dessen Begriff des Nihilismus weiter).
⢠Gßnter Figal: Nietzsche. Eine philosophische Einfßhrung. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-009752-5.
⢠Eugen Fink: Nietzsches Philosophie. Stuttgart 1960.
⢠Erich Heller: Die Wiederkehr der Unschuld und andere Essays. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977.
⢠Karl Jaspers: Nietzsche. Einfßhrung in das Verständnis seines Philosophierens. De Gruyter, Berlin / New York 1981, ISBN 3-11-008658-1. (Erstauflage 1935) (Jaspers sucht als Philosoph und als Psychiater Zugang zu Nietzsches Denken.).
⢠Walter Arnold Kaufmann: Nietzsche: Philosopher, Psychologist, Antichrist, Princeton University Press, Princeton, N.J. 1950. (4. Auflage. 1974; deutsche Ăbersetzung: Nietzsche: Philosoph â Psychologe â Antichrist. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-80023-0) (wichtiges Werk der angelsächsischen Nietzsche-Interpretation).
⢠Domenico Losurdo: Nietzsche, der aristokratische Rebell: Intellektuelle Biographie und kritische Bilanz. 2 Bände. Argument/Inkrit, Berlin 2009, ISBN 978-3-88619-338-7.
⢠Mazzino Montinari: Friedrich Nietzsche: Eine Einfßhrung. De Gruyter, Berlin / New York 1991, ISBN 3-11-012213-8 (von einem der Herausgeber der Kritischen Gesamtausgabe Nietzsches).
⢠Wolfgang Mßller-Lauter: Nietzsche. Seine Philosophie der Gegensätze und die Gegensätze seiner Philosophie. De Gruyter, Berlin / New York 1971.
⢠Barbara Neymeyr, Andreas Urs Sommer (Hrsg.): Nietzsche als Philosoph der Moderne. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8253-5812-9.
⢠Raoul Richter: Friedrich Nietzsche. Sein Leben und sein Werk. 4. Auflage. Meiner, Leipzig 1922 (Digitalisat)
⢠Wiebrecht Ries: Nietzsche zur Einfßhrung. Junius, Hamburg 2004, ISBN 3-88506-393-X.
⢠Georg RÜmpp: Nietzsche leicht gemacht. (= UTB. 3718). BÜhlau, KÜln/Weimar 2013, ISBN 978-3-8252-3718-9.
⢠Hermann Josef Schmidt: Wider weitere Entnietzschung Nietzsches. Eine Streitschrift (= Aufklärungen zu Nietzsche. Band 1). Alibri, Aschaffenburg 2000, ISBN 3-932710-26-6.
⢠Rßdiger Schmidt-GrÊpåly (Hrsg.): Zur Rßckkehr des Autors. Gespräche ßber das Werk Friedrich Nietzsches. Mit Peter Sloterdijk, Renate Reschke und Bazon Brock. L.S.D, GÜttingen 2013.
⢠Hans-Martin SchÜnherr-Mann: Friedrich Nietzsche (= UTB. 3001). Fink, Paderborn 2008, ISBN 978-3-8252-3001-2.
⢠Andreas Urs Sommer: Nietzsche und die Folgen. 2., erweiterte Auflage. J. B. Metzler, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-476-04889-9.
⢠Stefan Lorenz Sorgner, H. James Birx, Nikolaus Knoepffler (Hrsg.): Wagner und Nietzsche: Kultur-Werk-Wirkung: Ein Handbuch. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, ISBN 978-3-499-55691-3.
⢠Werner Stegmaier: Friedrich Nietzsche zur Einfßhrung. Junius, Hamburg 2011, ISBN 978-3-88506-695-8.
⢠Bernhard H. F. Taureck: Nietzsche-ABC. Reclam, Leipzig 1999, ISBN 3-379-01679-9.
⢠Patrick Thor: Âťeine fortgesetzte Zeichen-Kette von immer neuen InterpretationenÂŤ â Friedrich Nietzsches âşWille zur Machtâš und die Semiotik von Charles S. Peirce. In: Muenchner Semiotik â Zeitschrift des Forschungskolloquiums an der LMU (2018)
⢠Gianni Vattimo: Nietzsche: Eine Einfßhrung. Metzler, Stuttgart 1992, ISBN 3-476-10268-8.
⢠Claus Zittel: Selbstaufhebungsfiguren bei Nietzsche. KÜnigshausen & Neumann 1995, ISBN 3-8260-1082-5.
Werkkommentare
Seit 2012 wird der auf 6 Bände in 17 Teilbänden angelegte, erste Standard-Kommentar zu Nietzsches Werken publiziert:
Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. De Gruyter, Berlin/Boston u. a. 2012 ff. Erschienen sind bisher 14 Bände:
⢠Jochen Schmidt: Kommentar zu Nietzsches Geburt der TragÜdie (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 1/1). De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-028683-0.
⢠Barbara Neymeyr: Kommentar zu Nietzsches Unzeitgemässen Betrachtungen. I. David Strauss der Bekenner und der Schriftsteller. II. Vom Nutzen und Nachtheil der Historie fßr das Leben (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 1/2). De Gruyter, Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-028682-3.
⢠Sarah Scheibenberger: Kommentar zu Nietzsches Ueber Wahrheit und Lßge im aussermoralischen Sinne (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 1/3). De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-045873-2.
⢠Barbara Neymeyr: Kommentar zu Nietzsches Unzeitgemässen Betrachtungen. III. Schopenhauer als Erzieher. IV. Richard Wagner in Bayreuth (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 1/4). De Gruyter, Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-067789-8.
⢠Sebastian Kaufmann: Kommentar zu Nietzsches Wanderer und sein Schatten (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 2/3). De Gruyter, Berlin/Boston 2024.
⢠Jochen Schmidt, Sebastian Kaufmann: Kommentar zu Nietzsches MorgenrÜthe. Idyllen aus Messina (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 3/1). De Gruyter, Berlin / Boston 2015, ISBN 978-3-11-029303-6.
⢠Sebastian Kaufmann: Kommentar zu Nietzsches Die frÜhliche Wissenschaft, Vorrede bis Drittes Buch (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 3/2.1). De Gruyter, Berlin/Boston 2022, ISBN 978-3-11-029304-3.
⢠Sebastian Kaufmann: Kommentar zu Nietzsches Die frÜhliche Wissenschaft, Viertes Buch bis Anhang (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 3/2.2). De Gruyter, Berlin/Boston 2022, ISBN 978-3-11-029304-3.
⢠Katharina Grätz: Kommentar zu Nietzsches Also sprach Zarathustra I und II (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 4/1). De Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-029305-0.
⢠Katharina Grätz: Kommentar zu Nietzsches Also sprach Zarathustra III und IV (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 4/2). De Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-029306-7.
⢠Andreas Urs Sommer: Kommentar zu Nietzsches Jenseits von Gut und BÜse (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 5/1). De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-029307-4.
⢠Andreas Urs Sommer: Kommentar zu Nietzsches Zur Genealogie der Moral (= Heidelberger Akademie der Wissenschaften: Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 5/2). De Gruyter, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-029308-1.
⢠Andreas Urs Sommer: Kommentar zu Nietzsches Der Fall Wagner. GÜtzen-Dämmerung (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 6/1). De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-028683-0.
⢠Andreas Urs Sommer: Kommentar zu Nietzsches Der Antichrist. Ecce homo. Dionysos-Dithyramben. Nietzsche contra Wagner (= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken. Bd. 6/2). De Gruyter, Berlin/Boston 2013, ISBN 978-3-11-029277-0.
Zur Rezeptionsgeschichte
⢠Richard Krummel: Nietzsche und der deutsche Geist. De Gruyter, Berlin/New York 1974â2006.
⢠Klemens DieckhĂśfer: Gerhart Hauptmann (1862â1946) und Nietzsche. Nietzsches EinfluĂ auf Gerhart Hauptmann und dessen Erlebnis der Natur. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift fĂźr Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015, S. 123â128.
JahrbĂźcher
⢠Nietzsche-Studien: Internationales Jahrbuch fßr die Nietzsche-Forschung. De Gruyter, Berlin, ISSN 0342-1422.
⢠Nietzscheforschung: Jahrbuch der Nietzsche-Gesellschaft. Hrsg. im Auftrag der FÜrder- und Forschungsgemeinschaft Friedrich Nietzsche e. V. Akademie-Verlag, Berlin.
⢠New Nietzsche Studies. The Journal of the Nietzsche Society. ISSN 1091-0239.
Ein Kuriosum: My Sister and I
Im Jahr 1951 erschien in den USA ein Buch mit dem Titel My Sister and I, als dessen Autor Friedrich Nietzsche angegeben wurde. Nietzsche soll diese angeblich autobiographische Schrift 1889â1890 während seines Aufenthalts in der Jenaer Nervenklinik verfasst haben. Ein Originalmanuskript ist jedoch nicht Ăźberliefert. Als Ăbersetzer ins Englische ist Oscar Levy genannt, der Herausgeber der ersten englischsprachigen Ausgabe von Nietzsches Werken. Levy war aber schon 1946 gestorben, und seine Erben bestritten, dass er etwas mit dem Werk zu tun habe. Da keine Belege fĂźr die behauptete Urheberschaft Nietzsches oder Levys vorlagen, wurde die Schrift von der Fachwelt Ăźberwiegend als Fälschung zurĂźckgewiesen oder ignoriert. In den 1980er-Jahren stellten einzelne Stimmen diese ZurĂźckweisung infrage. Teile der Kontroverse um die Autorschaft sind in Neuauflagen des Buches abgedruckt, etwa in:
⢠Friedrich Nietzsche, Oscar Levy (Ăbers.): My Sister and I. Amok Books, Los Angeles 1990, ISBN 1-878923-01-3.
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: Friedrich Nietzsche
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Faksimile, Texte und Zitate
⢠Digitale Faksimile Gesamtausgabe (DFGA) â Digitale Reproduktion des gesamten Nietzschenachlasses, hg. von P. DâIorio, Paris, Nietzsche Source, seit 2009.
⢠Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe (eKGWB) â sämtliche Werke gemäà der Kritischen Gesamtausgabe, hrsg. von Colli/Montinari, hg. von P. DâIorio, Paris, Nietzsche Source, 2009â.
⢠Werke von Friedrich Nietzsche bei Zeno.org. â Diese Seite folgt der Schlechta-Ausgabe, die bei den Spätwerken und beim Nachlass nicht fehlerfrei ist.
⢠Werke von Friedrich Nietzsche im Projekt Gutenberg-DE
⢠Werke von Friedrich Nietzsche im Project Gutenberg
⢠Friedrich Nietzsche: Die Geburt der TragÜdie aus dem Geiste der Musik. Fritzsch, Leipzig 1872. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv).
⢠Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.
⢠[Bd. 1]. Schmeitzner, Chemnitz 1883 (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv).
⢠Bd. 2. Schmeitzner, Chemnitz 1883. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv).
⢠Bd. 3. Schmeitzner, Chemnitz 1884. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv).
⢠Bd. 4. Naumann, Leipzig 1891. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv).
⢠www.friedrichnietzsche.de u. a. Volltextsuche (Anmeldung erforderlich)
⢠Nietzsche-Briefwechsel der Klassik Stiftung Weimar/Goethe- und Schiller-Archiv â vollständiges Briefverzeichnis, Hunderte Faksimiles
Linksammlungen, Bibliografie und Untersuchungen
⢠Literatur von und ßber Friedrich Nietzsche im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von und ßber Friedrich Nietzsche in der Deutschen Digitalen Bibliothek
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⢠Friedrich Nietzsche im Internet Archive
⢠Friedrich Nietzsche Gesammelte Briefe vorgelesen bei Anchor
⢠Publikationen von und ßber Friedrich Nietzsche im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
⢠Zeitungsartikel ßber Friedrich Nietzsche in den Historischen Pressearchiven der ZBW
⢠Malcolm Brown: Nietzsche Chronicle â engl. chronologische Biographie
⢠Friedrich Nemec: Friedrich Nietzsche. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 19. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 249â253 (deutsche-biographie.de).
⢠R. Lanier Anderson: Friedrich Nietzsche. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Brian Leiter: Nietzscheâs Moral and Political Philosophy. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Timothy Stoll : Nietzscheâs Aesthetics. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2025.
⢠Weimarer Nietzsche-Bibliographie der Klassik Stiftung Weimar/Herzogin Anna Amalia Bibliothek â Bibliographie, Stand: August 2008.
⢠www.f-nietzsche.de â private Website mit vielen weiterfĂźhrenden und aktuellen Informationen
⢠Eintrag im philolex â Website mit Betonung von Nietzsches negativem, faschistoiden Nachleben
⢠Johann Kreuzer: Artikel âFriedrich Nietzscheâ im UTB-Online-WĂśrterbuch Philosophie
⢠Nietzsche von Michel Onfray und Maximilien Le Roy Rezension zum Graphic Novel-Portrait
⢠Eduard His: Friedrich Nietzsches Heimatlosigkeit. In: Basler Zeitschrift fĂźr Geschichte und Altertumskunde. Bd. 40, 1941, doi:10.5169/seals-115271#163, S. 159â186.
⢠Andreas Urs Sommer: Friedrich Nietzsche. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 24. Januar 2018.
⢠Nietzsche-Haus in Sils Maria
Kompositionen
Sonstiges
⢠Elisabeth FÜrster-Nietzsche: Die Krankheit Nietzsche's. In: Neues Wiener Journal, 26. August 1900, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj
Einzelnachweise
cite-note-11. â Duden. Das AussprachewĂśrterbuch. 7. Auflage. Bibliographisches Institut, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, S. 633. (books.google.de)
cite-note-22. â Gino Gschwend: Pathogramm von Nietzsche aus neurologischer Sicht. In: Schweizerische Ărztezeitung. Band 81, 2000, S. 45â48 (online) (Memento des Originals vom 17. Dezember 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/saez.ch.
cite-note-aeb-33. â Geschichte der Medizin. Nietzsches Krankheit: Genie und Wahnsinn. In: Ărzteblatt. aufgerufen am 6. November 2021.
cite-note-pum-44. â D. Hemelsoet, K. Hemelsoet, D. Devreese: The neurological illness of Friedrich Nietzsche. In: Acta neurologica Belgica. Band 108, Nummer 1, März 2008, S. 9â16, PMID 18575181.
cite-note-55. â Vgl. Friedrich Nietzsche: Ecce Homo. Zitiert nach Giorgio Colli, Mazzino Montinari (Hrsg.): Kritische Studienausgabe, Bd. 6, dtv/de Gruyter, Berlin/MĂźnchen/New York 1999, S. 268. Vgl. Gerd Schanz: âRasseâ und âZĂźchtungâ bei Nietzsche. De Gruyter, Berlin 2000, S. 106â114.
cite-note-66. â Karlheinz Klimt: Eine neue Klasse â Erinnerungen und Wertungen eines in Schulpforte Dabeigewesenen. Projekte-Verlag Cornelius, Halle/Saale 2009, ISBN 978-3-86634-819-6.
cite-note-77. â zur Schulzeit Nietzsches: Timo Hoyer: Nietzsche und die Pädagogik. Werk, Biografie und Rezeption. WĂźrzburg 2002.
cite-note-88. â Josef Rattner: Nietzsche. Leben â Werk â Wirkung. WĂźrzburg 2000, S. 19.
cite-note-99. â Wolfgang Deninger: Zu Friedrich Nietzsches Leben. Nachwort zu: Friedrich Nietzsche: Gesammelte Werke. Bindlach 2005, S. 1287 f.
cite-note-1010. â Nietzsche Briefwechsel. S. 15.
cite-note-1111. â Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: KĂźnstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 519â524.
cite-note-1212. â Heiner Feldhoff: Nietzsches Freund. Die Lebensgeschichte des Paul Deussen. BĂśhlau, KĂśln/Weimar 2008, S. 51.
cite-note-krise-1313. â Vgl. Bernd A. Laska: Nietzsches initiale Krise. In: Germanic Notes and Reviews. 33/2 (2002), S. 109â133 (online).
cite-note-1414. â Universitätsarchiv Leipzig: Friedrich Nietzsche, 1869 Ernennung zum Doktor der Philosophie "in absentia". In: Universitätsarchiv Leipzig. 4. Oktober 2024, abgerufen am 25. August 2025.
cite-note-1515. â Andreas Urs Sommer: Friedrich Nietzsche als Basler Philosoph. In: Emil Angehrn, Wolfgang Rother (Hrsg.): Philosophie in Basel. Prominente Denker des 19. und 20. Jahrhunderts. Basel 2011, S. 32â60 (online), macht unbekannte Dokumente aus Nietzsches Basler Professorentätigkeit, beispielsweise die von ihm verfassten Fakultätsprotokolle und die von ihm betreuten Promotionen zugänglich.
cite-note-1717. â Hellmuth Hecker: Nietzsches StaatsangehĂśrigkeit als Rechtsfrage. In: Neue Juristische Wochenschrift, Jg. 40, 1987, Nr. 23, S. 1388â1391; vgl. Eduard His: Friedrich Nietzsches Heimatlosigkeit. In: Basler Zeitschrift fĂźr Geschichte und Altertumskunde. Band 40, 1941, S. 159â186 (doi:10.5169/seals-115271). Die von einigen Autoren, darunter auch Deussen und Montinari, verbreitete Behauptung, Nietzsche wäre Schweizer StaatsbĂźrger geworden, ist falsch.
cite-note-1818. â Vgl. auch Theodor Schieder: Nietzsche und Bismarck. In: Historische Zeitschrift. Band 196, 1963, S. 320â342.
cite-note-1919. â Hans Gutzwiller: Friedrich Nietzsches Abschied vom Pädagogium. In: Basler Zeitschrift fĂźr Geschichte und Altertumskunde. Band 50, 1951, S. 194â200 (online), doi:10.5169/seals-116377#199
cite-note-2020. â Andreas Meyer: Nietzsche und Dionysos. Eine Suche nach den Quellen des Lebens. IL-Verlag, Basel 2015, S. 19â22.
cite-note-2121. â Marc Sieber: Jacob Burckhardts gestĂśrte Grabesruhe. In: Basler Zeitschrift fĂźr Geschichte und Altertumskunde. Band 95, 1995, S. 191â205, hier: S. 193 (online), doi:10.5169/seals-118360#196.
cite-note-2222. â Herfried MĂźnkler: Marx, Wagner, Nietzsche. Welt im Umbruch. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2023, S. 476â485.
cite-note-2323. â Brief Nietzsches an Franz Overbeck, 6. Dezember 1876.
cite-note-2424. â Thomas H. Brobjer: Nietzscheâs Philosophical Context: An Intellectual Biography. Hrsg.: University Of Illinois Press. 2008, ISBN 978-0-252-03245-5, S. 149: âIt was in a letter to Cosima Wagner, December 19, 1876, that is, while reading Mainländer, that Nietzsche for the first time explicitly claimed to have parted ways with Schopenhauer. It may be worth noting that Mainländerâs book ends with a long section (more than 200 pages) consisting mainly of a critique of Schopenhauerâs metaphysics. Decher emphasized the importance of the fact that Mainländer reinterpreted Schopenhauerâs metaphysical and single will to a less metaphysical multiplicity of wills (always in struggle) and the importance of this for Nietzscheâs will to power.â
cite-note-2525. â Marta Kopji, Wojciech Kunicki: Nietzsche und Schopenhauer: Rezeptionsphänomene der Wendezeiten. Hrsg.: Leipziger Universitätsverlag. 2006, ISBN 3-86583-121-4, S. 340: âBekanntlich war er Philipp Mainländer, der als Scharnierstelle zwischen den metaphysischen Willensbegriffen Schopenhauers und Nietzsches fungierte.â
cite-note-werbick-2626. â JĂźrgen Werbick: Friedrich Nietzsche. In: Martin Breul, Aaron Langenfeld (Hrsg.): Kleine Philosophiegeschichte. SchĂśningh, Paderborn 2017, ISBN 978-3-8385-4746-6, S. 200. Die in diesem Zusammenhang oft kolportierte Anekdote, Nietzsche habe sich auf offener StraĂe, weinend vor Mitleid, an den Hals eines Droschkenpferdes gehängt, weil das Tier vom Kutscher misshandelt worden sei, beruht nur auf späterer mĂźndlicher Ăberlieferung und gilt als wenig glaubwĂźrdig.
cite-note-2928. â Michael Hertl: Der Mythos Friedrich Nietzsche und seine Totenmasken. Optische Manifeste seines Kults und Bildzitate in der Kunst. KĂśnigshausen & Neumann, 2007, ISBN 978-3-8260-3633-0, S. 23 f. Michael Orth, Michael R. Trimble: Friedrich Nietzsches mental illness â general paralysis of the insane vs. frontotemporal dementia. In: Acta Psychiatrica Scandinavica. Band 114, 2006, S. 438â444.
cite-note-3029. â Paul Julius MĂśbius: Nietzsche. Leipzig 1909.
cite-note-0-3130. â Pia Daniela Volz: Nietzsche im Labyrinth seiner Krankheit. Eine medizinisch-biographische Untersuchung. KĂśnigshausen & Neumann, WĂźrzburg 1990, ISBN 3-88479-402-7.
cite-note-3231. â Alzheimer-Demenz: Die Forschung steht unter Druck. In: Ărzteblatt. aufgerufen am 6. November 2021.
cite-note-3433. â Nietzsche-Haus Naumburg (Memento des Originals vom 26. März 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mv-naumburg.de
cite-note-3534. â Jenaer Volksblatt vom 28. Juli 1897, S. 1.
cite-note-3635. â Rudolf Steiner, Mein Lebensgang, Rudolf Steiner Verlag, Basel, 8. Auflage GA 28, S. 188 f. Digitalisat des entsprechenden 18. Kapitels 1894â1896 auf anthroweb.net.
cite-note-3837. â Dionysos-Dithyramben in der Digitalen Kritischen Gesamtausgabe (eKGWB) auf nietzschesource.org.
cite-note-3938. â Erstausgabe in Werke X, Fritz Koegel, Leipzig 1986, zwar noch zu Lebzeiten, aber schon während Nietzsches geistiger Umnachtung; vgl. Sarah Scheibenberger, Ueber Wahrheit und LĂźge im aussermoralischen Sinne, Nietzsche-Kommentar Bd. 1.3, 2016, De Gruyter.
cite-note-401. Original-Bildunterschrift der Werkausgabe von 1900, Leipzig. Jetzt im Nachlass, KSA 8: 24[10].
cite-note-4140. â Karl Schlechta: Philologischer Nachbericht. In: Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. MĂźnchen 1954 ff., Band 3, S. 1405.
cite-note-4241. â Wolfgang MĂźller-Lauter: ÂŤDer Wille zur MachtÂť als Buch der âKrisisâ philosophischer Nietzsche-Interpretation. In: Nietzsche-Studien. Band 24, 1995, S. 223â260, hier S. 233. Siehe Heidegger: Nietzsche (GA 43), S. 11 und Baeumler, Die Unschuld des Werdens (1930), EinfĂźhrung, S. IX.
cite-note-4342. â Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente, Faksimile-Ausgabe
cite-note-4443. â Giorgio Colli: Nachwort (KSA II, S. 708).
cite-note-4544. â MorgenrĂśthe. Vorrede (KSA 3, S. 11â17).
cite-note-462. Zur Genealogie der Moral, Erste Abhandlung, Anmerkung nach Abschnitt 17 (KSA 5, S. 289).
cite-note-4746. â Zur Genealogie der Moral, Erste Abhandlung, Abschnitt 7 (KSA 5, S. 267).
cite-note-4847. â Vergleiche etwa Der Antichrist, Kapitel 7 (KSA 6, S. 172 ff.).
cite-note-4948. â zitiert nach Jochen Kirchhoff: Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Vom unerlĂśsten Schatten des Dritten Reiches. Vorwort von Rudolf Bahro. Edition Dionysos, Berlin 1990, ISBN 3-9802157-1-7, S. 174.
cite-note-5049. â Vgl. die detaillierte Darstellung von âNietzsches Verdammung des Anarchismusâ in: Dominique Miething: Anarchistische Deutungen der Philosophie Friedrich Nietzsches. Deutschland, GroĂbritannien, USA. 1890â1947. Nomos, Baden-Baden 2016, ISBN 978-3-8487-3711-6, S. 141â148. doi:10.5771/9783845280127
cite-note-5150. â KSA 11, S. 98; auch zitiert bei Jochen Kirchhoff: Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Vom unerlĂśsten Schatten des Dritten Reiches. Edition Dionysos, Berlin 1990, ISBN 3-9802157-1-7, S. 175.
cite-note-5251. â Vgl. den Schluss von Hegels Abhandlung Glauben und Wissen oder Reflexionsphilosophie der Subjektivität in der Vollständigkeit ihrer Formen als Kantische, Jacobische und Fichtesche Philosophie (1803).
cite-note-der-tolle-mensch-5352. â Die frĂśhliche Wissenschaft, Drittes Buch, Aphorismus 125 âDer tolle Menschâ (KSA 3, S. 480 ff.).
cite-note-5453. â Also sprach Zarathustra, Erster Theil, Von der schenkenden Tugend 3 (KSA 4, S. 102).
cite-note-5554. â KSA 12, 5[71], S. 211â217, hier S. 212.
cite-note-5655. â Elisabeth Kuhn: Nietzsches Philosophie des europäischen Nihilismus. De Gruyter, Berlin / New York 1992, ISBN 978-3-11-012907-6, S. 10 f., 14 f.
cite-note-5756. â Martin Walter, JĂśrg HĂźttner: Nachweis aus Nicolai Karlowitsch, Die Entwickelung des Nihilismus (1880) und aus Das Ausland (1880). In: Nietzsche-Studien (2022), Band 51, S. 330-333.
cite-note-5857. â KSB V, S. 300 FN an Reinhart von Seydlitz am 4. Januar 1878; dass Wehmut im Spiel war, zeigt das Bild der ÂťSternen-FreundschaftÂŤ des Aphorismus 279 der FrĂśhlichen Wissenschaft.
cite-note-5958. â Menschliches, Allzumenschliches, Viertes HauptstĂźck, Aphorismus 222 âWas von der Kunst Ăźbrig bleibtâ (KSA 2, S. 186).
cite-note-6059. â Die frĂśhliche Wissenschaft, Viertes Buch, Aphorismus 324 âIn media vitaâ (KSA 3, S. 553).
cite-note-6160. â KSA 13, 17[3], S. 522 und 521.
cite-note-6261. â Andreas Meyer: Nietzsche und Dionysos. Eine Suche nach den Quellen des Lebens. IL-Verlag, Basel 2015 (ausfĂźhrliche und profunde Darstellung der Thematik)
cite-note-633. Menschliches, Allzumenschliches, Erstes HauptstĂźck, Aphorismus 9, âMetaphysische Weltâ (KSA 2, S. 29 f.).
cite-note-644. Jenseits von Gut und BĂśse, Erstes HauptstĂźck, Aphorismus 6 (KSA 5, S. 20).
cite-note-6564. â Der Antichrist, Kapitel 11 (KSA 6, S. 178).
cite-note-665. GÜtzen-Dämmerung, Sprßche und Pfeile Nr. 26 (KSA 6, S. 62).
cite-note-6766. â Ecce homo, Warum ich so klug bin, 1. Abschnitt (KSA 6, S. 278).
cite-note-6867. â In der Vorrede zur Genealogie der Moral, 3., nennt Nietzsche selbst das Alter von 13 Jahren.
cite-note-6968. â Menschliches, Allzumenschliches I, 26, Kritische Studienausgabe (KSA) 2, 47.
cite-note-7069. â Werner Stegmaier: Nietzsches âGenealogie der Moralâ. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, S. 60â93.
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cite-note-7271. â Enrico MĂźller: Die Griechen im Denken Nietzsches. De Gruyter, Berlin 2005, 30.
cite-note-7372. â etwa: Michel Foucault: Die Ordnung des Diskurses. Fischer, Frankfurt 1991, S. 41â47.
cite-note-7473. â Josef Simon: Apollinische Einheit und dionysische Pluralität. In: Ulrich Willers (Hrsg.): Theodizee im Zeichen des Dionysos. Nietzsches Fragen jenseits von Moral und Religion. Lit, MĂźnster 2003, S. 18.
cite-note-7574. â GĂźnter Abel: Nietzsche. Die Dynamik der Willen zur Macht und die ewige Wiederkehr. 2., um ein Vorwort erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 1998, S. 110 ff.
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cite-note-7776. â NF Juni â Juli 1885, Pkt. [36] 22.
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cite-note-7978. â Michael RomĂĄn Aponte: Nietzsche, Friedrich 2024, Magnum in parvo: Una filosofĂa en compendio S. 234â235.
cite-note-8079. â Hannah Arendt: Macht und Gewalt. (Originalausgabe: On Violence. New York 1970). 15. Auflage. Piper, MĂźnchen/ZĂźrich 2003, ISBN 3-492-20001-X.
cite-note-8180. â âDas trunkene Liedâ, In: Also sprach Zarathustra. Vierter und letzter Theil: Das Nachtwandler-Lied. Kapitel 12.
cite-note-8281. â Die frĂśhliche Wissenschaft, Viertes Buch, Aphorismus 276 âZum neuen Jahreâ (KSA 3, S. 521).
cite-note-8382. â Friedrich Nietzsche: Genealogie der Moral, Vorrede, 4., (KSA 5, S. 250)
cite-note-8483. â Wolfgang MĂźller-Lauter: Der Organismus als innerer Kampf. Der EinfluĂ von Wilhelm Roux auf Friedrich Nietzsche. (Nietzsche Studien, 7). 1978, S. 189â235, wieder abgedruckt nach Durchsicht und mit Ergänzungen, in: ders: Nietzsche-Interpretationen. Band I: Ăber Werden und Wille zur Macht. De Gruyter, Berlin 1999, S. 97â140.
cite-note-856. Schopenhauer als Erzieher. Kapitel 2 (KSA 1, S. 346).
cite-note-8685. â Die frĂśhliche Wissenschaft. FĂźnftes Buch, Aphorismus 357 âZum alten Probleme: Âťwas ist deutsch?ÂŤâ (KSA 3, S. 599 ff.).
cite-note-8786. â Die obigen sechs Gedichte sind aus: Ernst Theodor Echtermeyer: Deutsche Gedichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Neugestaltet von Benno von Wiese, August Bagel Verlag, DĂźsseldorf 1960.
cite-note-8887. â Brief Hans von BĂźlows an Nietzsche, 24. Juli 1872, KGB II/4 Nr. 347, S. 51â54. Barbara Neymeyr betont in einem Aufsatz 2025 Parallelen zwischen BĂźlows Verdikt Ăźber Nietzsches Komponisten-Ambitionen (anlässlich der Manfred-Meditation) und Nietzsches eigener späterer Polemik gegen die Musik Richard Wagners; siehe Barbara Neymeyr: Der Komponist als âVerbrecherâ. BĂźlow contra Nietzsche â Nietzsche versus Wagner: Eine Retourkutsche mit Adressatenwechsel? In: German Life and Letters 78 (2025/4), S. 432â455 [Open Access].
cite-note-8988. â Blog | Nietzsche digital. 15. Oktober 2023, abgerufen am 25. August 2025.
Anmerkungen